As We Fight
As We Fight

Interview

HATESPHERE scheinen der dänischen Szene vor ein paar Jahren einen gewissen Kickstart gegeben zu haben. Seit ihrem Durchbruch vergeht fast kein Monat, ohne dass wir ein weiteres, hochwertiges Metal-Produkt unserer nördlichen Nachbarn bestaunen dürfen. So auch letztes Jahr, als AS WE FIGHT ihr Metalcore-lastiges Debüt "Black Nails And Bloody Wrists" abfeuerten. Nun steht mit "Midnight Tornado" ihr Zweitwerk in den Startlöchern und überrascht mit einer wesentlich höheren High-Energy-Thrash-Schlagseite, die allen Fans von HATESPHERE und Co. gut reinlaufen wird. Bassist Soren Hvidt stand Rede und Antwort.

Hell-O! Was geht ab in Dänemark?

Hi David. Alles ist großartig hier. Das neue Album ist seit letzter Woche draußen. Und der Winter beginnt, mich wie letztes Jahr zu töten.

Was denkst du über Metalcore?

Um ehrlich zu sein, höre ich sehr wenig Metalcore. Das gilt auch für den Rest der Band. Die meisten Formationen unterscheiden sich kaum noch voneinander und alles wiederholt sich.

Ist das der Grund, warum „Midnight Tornado“ zu 90% nach HATESPHERE klingt und der Metalcore-Anteil im Vergleich zum Debüt drastisch reduziert worden ist?

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass wir bisher noch kein einziges Mal mit HATESPHERE verglichen worden sind. Wir haben zwar einige Death/Thrash-Riffs auf der Platte, aber uns beeinflussen auch viele andere Genres. Wir versuchen, uns nicht innerhalb gesetzter Grenzen zu bewegen.

Versteh mich nicht falsch, aber manchmal klingt es wirklich so, als hätte HATESPHERE-Gitarrero Peter Lyse Hansen einige Riffs als Ghostwriter geschrieben…

Nein, definitiv nicht. Dann schon eher Dimebag, hehe!

Oder habt ihr einfach so viel mit HATESPHERE gemeinsam, weil ihr Sänger Jacob eure Platte produziert hat?

Wir sind mit den Jungs seit Jahren befreundet, haben schon zusammen getourt und sehen uns sehr oft. Jacob ist ein dicker Kumpel von uns. Und er ist ein talentierter Produzent. Was lag also näher, als unsere Platte von ihm mit dem passenden Sound versorgen zu lassen? Mit einem Freund im Studio zu sein, hat den Aufnahmeprozess wesentlich erleichtert.

Wie siehst du die Rolle HATESPHEREs für eure heimische, dänische Szene?

HATESPHERE sind eine der zahlreichen Bands, die Dänemark auf die Landkarte des europäischen Metal gehievt haben. Unsere Szene wächst schnell, auch weil viele Bands bei großen Labels unterschreiben durften: MNEMIC, MERCENARY, ILLDISPOSED, URKRAFT, RAUNCHY, etc. Alle laufen gut in Europa. Trotzdem ist unsere Szene im Vergleich zu anderen natürlich klein, weil unser Land sehr klein ist.

Wie ist das Verhältnis der Bands untereinander?

Im Prinzip sind wir eine große Familie! Wir kennen uns alle. Die meisten sogar auf enger, persönlicher Ebene. Wir spielen sehr oft miteinander, was immer in größere Partys ausartet.

Warum ist High Energy Thrash so populär in Dänemark, während Death Metal mit Bands wie ILLDISPOSED oder KOLDBORN eher unterrepräsentiert ist?

Ich weiß es auch nicht. Eigentlich haben beide Stile Tradition in Dänemark. Haltet mal nach DAWN OF DEMISE (www.dawnofdemise.dk) Ausschau! Die werden bestimmt das nächste, große Ding. Du hast übrigens EXMORTEM in deiner Auflistung vergessen.

Zurück zum Album: Was macht es zum „Midnight Tornado“?

Der Titel ist unsere Beschreibung, was man fühlt, wenn man die Platte hört. Es handelt sich um eine frische Scheibe, die unsere Persönlichkeiten reflektiert, die neue Elemente in unseren Sound packen wollten.

Ihr seid erneut als bester Live-Act für die dänischen Metal Awards nominiert. Besagten Titel habt ihr bereits letztes Jahr gewonnen. Was bedeutet euch das?

Der Gewinn dieses Awards war großartig, denn die Livesituation ist das, worauf wir hinarbeiten. Sie ist die Würze, wenn man in einer Band spielt. Es tut gut zu wissen, dass die Leute Spaß haben, wenn sie auf unseren Shows sind.

Erzähle mal ein wenig mehr über diese Awards. In Deutschland haben wir so etwas nicht.

Ins Leben gerufen wurden sie als eine Gegenreaktion zum Gehabe der Mainstream-Musikindustrie in Dänemark. Metal generell wurde von der nationalen Presse und den Ladenketten komplett ignoriert, während er in anderen Ländern Europas florierte. Die Awards ermöglichten unserer Szene, ihren Status nach außen zu zeigen. Also wurde eine coole Award-Show mit Gigs, Präsentationen der Nominierten, Award-Übergaben und allem, was dazu gehört, auf die Beine gestellt.

Ihr werdet zwischen den Jahren die Santa Claws Tour mit CALIBAN, HEAVEN SHALL BURN und NEAERA spielen. Was erwartet ihr?

Wir erwarten eine großartige Zeit und hoffen, neue Fans gewinnen und unseren Namen etwas bekannter machen zu können. Mit CALIBAN, HSB und NEAERA haben wir schon öfters zusammen gespielt. Das wird Killer!

Ihr habt schon mehrmals auf deutschem Boden gespielt. Wie seid ihr hier angenommen worden?

Es war immer großartig. Von Mal zu Mal kamen mehr Leute, die uns immer mehr zu schätzen wussten. Wir freuen uns auf Deutschland.

In eurer Bandinfo steht, dass eure Mucke unter anderem auch für Fans von AVENGED SEVENFOLD geeignet sei. Dieser Quervergleich verschließt sich mir.

Wir werden beschrieben als ein Mix aus THE HAUNTED, NINE und DARKEST HOUR. AVENGED SEVENFOLD kommen dann ins Spiel, wenn unsere Stücke ein rockigeres Feeling versprühen, z.B. in „Dead End Streets“ und am Ende von „Annihilation“ oder „This Fuck You Is My Last Goodbye“.

Auf eurer Homepage schreibst du, dass du auf Rock n‘ Roll und Heavy Metal stehst. Möchstest du keine Bandnamen nennen?

Haha, doch! Ich mag nur so viele Bands verschiedenster Prägung. Am meisten MEGADETH! Und SLAYER, NEUROSIS, SKID ROW, EVERY TIME I DIE, NINE und anderes aus dieser Richtung.

Wenn du Rock n‘ Roll und Heavy Metal magst, müsstest du VOLBEAT lieben, oder?

Yeah! Wir haben gerade erst kürzlich mit ihnen gespielt. They rock! Sie werden weit kommen. Unglaublich wie schnell sie groß werden.

Wie sehen deine Pläne und Vorsätze für 2007 aus?

Ich möchte einfach nur raus auf die Bühne und so viel rocken, wie möglich ist.

08.11.2006
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