Path Of Samsara
Black Magick Rock' n' Roll - die Band im Interview

Interview

Path Of Samsara

Ein echtes Leckerli für alle Liebhaber von erhabener, tiefschürfender Rockmusik haben vor kurzer Zeit die Burschen von PATH OF SAMSARA abgeliefert. Das Bemerkenswerteste an ihrem aktuellen Dreher „Black Lotos“ ist für mich, dass sie uns zwar mit Musik im Stile der „alten Meister“ die Ehre erweisen und diesen auch mit einer mehr als nur dezenten Schlagseite aus der Okkultismus-Ecke versehen haben, dabei jedoch sehr wohl auch auf eine zeitgemäße Darbietung Augenmerk gelegt haben.

Was genau wir uns unter der von den Jungs für ihre Musik verwendeten Bezeichnung „Black Magick Rock’n’Roll“ vorzustellen haben und noch viele weitere wichtige Informationen aus dem Lager der Freisinger erfuhren wir im Interview:

 

Ich hab‘ nicht wirklich eine Ahnung davon, wie ihr zu eurem Bandnamen gekommen seid – besteht da eine Art „Vorbildung“ aus der spirituellen Ecke, oder gibt es einen anderen Hintergrund?

Nachdem die ganze Band an sich Ausdrucksform und Ventil unserer Spiritualität ist, trifft natürlich die erste Annahme zu. „Samsara“, also der Wiedergeburtszyklus, ist etwas, das wir nie aus dem Blick verlieren möchten. Der „Path Of Samsara“, also der geschlossene Kreis, in dem sich diese Welt zu großen Teilen befindet, stellt für uns etwas wenig Wünschenswertes dar. Eine physikalische und materialisierte Form stellt immer etwas Unperfektes dar, eine Unendlichkeit, die an eine festgelegte Existenz gefesselt wird. Der Ausbruch aus diesem Kreislauf ist für uns daher essentiell.

War die Intention „Black Magick Rock´n´Roll” zu spielen schon vor der Bandgründung vorhanden, oder ist das erst im Laufe der Zeit entstanden?

Diese Intention war von Anfang an gegeben und sie ist auch der Grund, weshalb wir in dieser Konstellation existieren. Wir halten dies auch für etwas, das sich nicht einfach entwickeln kann. Entwickeln können sich nur die Ausdrucksformen dieser Ausrichtung. Hätten wir nicht von Anfang an diese Vision geteilt, wäre es wahrscheinlich mittlerweile unmöglich, in die gleiche Band zu passen.

Wie kam die Sache als Band eigentlich ins Rollen?

Wir haben schon länger Musik gemacht und trafen dabei in einem Vorgängerprojekt aufeinander. Natürlich ist uns gegenseitig dort auch unsere spirituelle Ader nicht verborgen geblieben. Es ist nicht sehr leicht, Menschen zu finden, die aus einer Vision heraus Musik machen möchten. Uns hat der Zufall die Möglichkeit dazu gegeben. PATH OF SAMSARA wäre in anderer Formation absolut unmöglich gewesen.

Welche Bands würdet ihr als eure Vorbilder nennen?

Eine Aufzählung von alldem, was uns und deshalb unsere Musik beeinflusst, würde hier wohl den Rahmen sprengen. Vor allem, weil diese Inspirationen nicht selten komplett bei anderer Musik zu finden sind.

Waren die Songs für das Demo bzw. erste Album zum damaligen Zeitpunkt (zumindest ansatzweise) schon geschrieben, oder hattet ihr einen kreativen Anfall, um in verhältnismäßig kurzer Zeit damit an den Start gehen zu können?

Nein, waren sie nicht. Allerdings ging alles sehr schnell von der Hand. Das mag der Tatsache geschuldet sein, dass sich diese Ausdrucksform schon länger in uns angestaut hat. Allerdings haben wir uns selbst keinem Zeitdruck ausgesetzt. Solchen Dingen sollte man die Zeit lassen, die sie benötigen. Das ist manchmal mehr, manchmal weniger.

 

Wie darf man sich die Bandsituation als solche generell vorstellen? Mit Proberaum und so wie früher, oder eher auf „modernem“ Weg, gemäß dem Motto „Ich schick‘ mein Riff mal in die Runde und warte ab, was retourkommt“?

Durch frühere Projekte sind wir mit der digitalen Variante in Berührung gekommen und haben sie hassen gelernt. Die Musik fühlt sich dort nicht so an, wie es sein sollte. Für uns kommt diese Art zu arbeiten deshalb nicht in Frage, da das, was wir beim Musik machen fühlen, eine wichtige Rolle spielt. Außerdem wollen wir die Möglichkeit haben spontan, aufeinander zu reagieren und die Bilder in unserem Kopf nahtlos umzusetzen. Somit spielt sich bei uns alles im Proberaum ab. Was wir tun, ist für uns sehr intensiv, denn wir versuchen mit unserer Musik einer gestaltlosen Energie eine Form zu geben. Dies lässt sich nur auf direktem und unverdünntem Weg bewerkstelligen.

Im Gegensatz zu unzähligen anderen Bands momentan orientiert ihr euch keineswegs nur an den Helden der 80er, sondern viel eher an jenen Formationen, die schon einige Zeit davor richtig losgelegt haben. Gibt es denn überhaupt spezielle Vorbilder, an denen ihr Euch orientiert, oder ist euer Klangbild einfach darauf zurückzuführen, dass ihr allesamt mit der Musik jener Zeit groß geworden seid?

Durch unsere Eltern kamen wir in der Tat schon immer sehr stark mit jener Musik in Kontakt. Darüber sind wir sehr glücklich, da dies für Leute in unserem Alter keine Selbstverständlichkeit ist. Das hat uns also definitiv geprägt. Allerdings hören wir ein breit gefächertes Spektrum an Musik, sei es Blues, Jazz, Black Metal oder was auch immer. Dies hat natürlich auch einen gewissen Einfluss auf unser Schaffen, was es beinahe unmöglich macht, spezielle Vorbilder zu nennen.

Für mich klingt „Black Lotos“ in Summe deutlich düsterer als der Debüt. Zufall, Intention – oder, ähem, Gehörschaden?

Diese Entwicklung war für uns schon im vornherein klar. Allerdings empfinden wir diesen Unterschied gar nicht so stark, da er eine logische Konsequenz darstellt. Unsere Motive sind dieselben, lediglich der Blickwinkel ist ein etwas anderer.

Ist klar und ich doch gar nicht soooo taub wie befürchtet…Geht ihr mit einer bestimmten Intention, einem Vorhaben an das Schreiben von Songs heran, oder wartet ihr ab, was aus euch „herausflutscht“?

Natürlich haben wir ein vages Bild vor Augen, wenn wir Songs schreiben. Was dies genau ist, wissen wir oft erst, wenn wir fertig sind. Unsere Musik lässt sich nicht erzwingen. Wir betreten einen dichten Nebel, der sich Schritt für Schritt lichtet.

Seid ihr mit einer bestimmten Erwartungshaltung am Start und habt ihr eine Idee, was mit „Black Lotos“ zu erreichen sein kann?

Unser wichtigstes Ziel haben wir bereits erreicht, indem wir etwas, das in uns lag, Gestalt gegeben haben. Diese Gestalt existiert unabhängig von profanen Interessen. Unser Werk steht bereit für alle, die dafür offen sind.

 

Könnt ihr uns bitte ein bisschen was zu den Texten erklären?

Hierbei möchten wir nicht zu viel verraten. Die Texte sind uns sehr wichtig, aber gleichzeitig ist uns bewusst, dass sie auf verschiedenste Weise wahrgenommen werden können. Und dafür, ob der Hörer etwas aus den Texten mitnimmt, ist es unerheblich, ob sich seine Interpretation mit der unseren deckt. Für uns geht es um die Befreiung aus einer Welt, die innerhalb enger Grenzen gefangenen ist. Die manifestierte Existenz ist ein goldener Käfig, der von scheinheiliger Moral und falschen Werten bewacht wird. Wir betrachten es als erstrebenswert, aus diesem Käfig auszubrechen, die Mauern der Wirklichkeit zu zertrümmern und die absolute Freiheit zu finden.

Werden die Texte nach den Songs selbst geschrieben, oder hat jemand schon fixe Ideen, wovon ein Song handeln soll und ihr schreibt die Musik „drumrum”?

Es ist beinahe unmöglich, hierbei abzugrenzen. Alles beeinflusst sich gegenseitig. Die offensichtliche Antwort wäre, dass die Texte nach der Musik entstehen – doch dies ist nur die halbe Wahrheit. Wenn wir die Musik schreiben, entsteht ein Bild, welches den Text wiederum stark beeinflusst. Man könnte sagen, dass die Worte von Anfang an in noch nicht manifestierter Form vorhanden sind. Es spielt alles ineinander. Wir üben keinen wirklichen Einfluss auf unser Schaffen aus. Es ist so, als wäre es einfach da. Manchmal muss man sich die genaue Form trotzdem erkämpfen, aber das gesamte Bild steht von Anfang an im Raum.

Wie ist es zur Zusammenarbeit mit Gerhard Wiesbeck gekommen, der für das Artwork verantwortlich war?

Das ist sehr einfach: Wir wurden alle von ihm tätowiert und das aus gutem Grund. Gerhard ist ein Mensch, der für spirituelles sehr offen ist und über ein weitreichendes Wissen verfügt. Er versteht sehr gut, worauf wir hinaus wollen. Deshalb ist er nicht nur eine logische Wahl für unsere Tattoos, sondern auch für unser Artwork. Und wir sind ihm sehr dankbar, dass er sich dessen angenommen hat, da sein Können und seine Arbeitsweise weit über bloße Körperkunst hinausgehen. Gerhard ist für uns nicht nur ein Tätowierer, sondern ein Freund. Wer sich noch genauer mit Gerhards Kunst beschäftigen möchte kann das unter http://www.timetravellingtattoo.com  tun.

Wie seid ihr mit 7 Hard Records in Kontakt gekommen?

Auf sehr klassischem Wege: Wir haben, wie üblich, Bewerbungsmappen verschickt und 7 Hard hat letztendlich das für uns passendste Angebot entgegengebracht.

Gibt es denn schon Pläne, das Album in Deutschland live zu präsentieren? Oder steht uns etwa eine Tournee ins Haus, auf der ihr auch das europäische Umland besucht? Und vergesst mir dabei bloß Österreich nicht, gell!

Wir sind selbstverständlich immer auf der Suche nach passenden Gelegenheiten, live zu spielen und sind sehr froh über jedes Angebot in diese Richtung. Wobei wir nicht um jeden Preis live spielen möchten, da uns das Umfeld sehr wichtig ist. Wir sind hauptsächlich auf der Suche nach jenen, denen unsere Musik etwas gibt, denn nur dadurch ergibt sich die Intensität, die wir uns wünschen. Konkret sind momentan einige Auftritte in Vorbereitung. In Österreich werden wir zum Beispiel beim diesjährigen „Springdoom Depression“ am 6. April in Wien spielen.

Hurra – na da freue ich mich schon drauf und werde selbstverständlich auch ein kleines Berichterl darüber verfassen… Liegt bei euch die Priorität momentan ausschließlich bei PATH OF SAMASARA, oder gibt es noch weitere Bands / Projekte die ihr am Start habt?

Unsere Priorität liegt absolut bei PATH OF SAMSARA. Diese Band ist Konsequenz und Ausdrucksmittel unseres ganzen Lebens. Andere Projekte haben in diesem Kontext keine Relevanz.

Habt ihr schon Ideen / Pläne wie es in Zukunft weitergehen wird / soll?

Das ist schwer zu sagen. Wir versuchen natürlich, die Flamme zu nähren, indem wir live spielen. Aber wohin die Reise führt ist noch nicht absehbar. Sicher ist nur, dass sie weitergeht, wohin auch immer.

So, das wär‘s auch schon wieder gewesen – besten Dank für die Zeit und alles Gute für die Zukunft.

Vielen Dank für Eure Unterstützung. May the flame burn within your soul!

01.02.2013
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