Universum25
"KI stimmt uns nachdenklich."
Interview
Mit „Die Maschinen Wollen Leben“ haben UNIVERSUM25 ihr zweites Album veröffentlicht. Wir sprachen mit Rupert Keplinger und Gunnar Schroeder über die Platte, künstliche Intelligenzen und die Zukunft der Band.
Moin und danke für eure Zeit! Eure neue Platte kommt sehr gut an. Wie blickt ihr auf die teils ausverkaufte Tour und die positive Resonanz?
Rupert: Was in den letzten Wochen entstanden ist, hat uns überrascht. Dass vier von sechs Shows ausverkauft waren und das Album auf Platz 8 gechartet ist, hätten wir nicht erwartet. Offenbar haben wir mit Themen wie Einsamkeit („Gardinen zu …“) einen Nerv getroffen. Bei den Konzerten hatte ich den Eindruck, dass wir den Leuten neben der euphorischen Stimmung bei den Rock-Nummern auch mit den nachdenklichen Stücken aus dem Herzen sprechen.
Als „Supergroup“ aus bekannten Bands weckt man oft andere Erwartungen als als „unbekannte“ Newcomer. Mit welchen Zielen seid ihr an UNIVERSUM25 herangegangen?
Rupert: Diese Band ist ohne klares Ziel oder strategische Überlegungen entstanden. Wir wollten etwas anderes machen als in unseren Hauptbands – frei von Gedanken daran, ob etwas zur restlichen Diskografie passt. Ein Ziel gab es aber doch: gemeinsam eine gute Zeit zu haben.
Oft sind Projekte dieser Art kurzlebig. Ihr habt eure zweite Platte vergleichsweise schnell veröffentlicht. Wollt ihr UNIVERSUM25 langfristig weiterführen?
Rupert: Wir haben Pläne für die nächsten zwei Jahre und treffen uns im April im Studio, um Ideen zu sortieren und Songs zu schreiben. Wir machen das zu gern, um aufzuhören. Die Begeisterung der Tour hat uns zusätzlich motiviert.
Auf „Die Maschinen wollen leben“ geht es viel um künstliche Intelligenz. Bereitet euch das Thema Sorgen?
Gunnar: Ja, das stimmt uns nachdenklich. In den letzten zwei bis drei Jahren ist viel passiert. Als wir 2023 mit dem Schreiben begonnen haben, nahm das Thema KI gerade Fahrt auf, und man konnte oft noch erkennen, was real und was künstlich ist. Das wird immer schwieriger. Bald wissen wir vielleicht nicht mehr, ob das Gesehene oder Gesagte echt ist oder künstlich erzeugt wurde.
Problematisch ist, dass unsere Entscheidungsträger unvorbereitet wirken. Es muss doch Menschen gegeben haben, die frühzeitig gewarnt haben: „Da kommt etwas auf uns zu, das wir regulieren oder zumindest verstehen müssen.“
Ich denke, das wird uns noch lange beschäftigen.
„Ich denke also bin ich“ enthält Modemgeräusche – ein cooles Easter Egg. Habt ihr noch mehr solche Details in euren Songs versteckt?
Rupert: Ja, da gibt es noch mehr. Im Intro zu „Zeitmaschine“ sind Sounds versteckt, die echte Trekkies erkennen könnten.
Die Texte greifen reale Themen wie das Milgram-Experiment auf. Wie wählt ihr eure Konzepte?
Gunnar: Das ist unterschiedlich. Manchmal bringt jemand eine Textidee mit, manchmal entsteht erst die Musik, und wir überlegen, welches Thema dazu passt.
Welche Einflüsse eurer Ursprungsbands finden sich in UNIVERSUM25? Bei Michas Gesang denkt man schnell an IN EXTREMO.
Gunnar: Das ist eine Mischung. Michas Stimme erkennt man und viele denken an IN EXTREMO. Unsere Musik und Themen sind aber anders. Es soll etwas Neues sein, ohne unsere Wurzeln zu verleugnen.
Ihr habt mit einem Coversong („Der Traum Ist Aus“) gestartet. Warum nicht mit einer Eigenkomposition?
Gunnar: Wir hielten „Der Traum ist aus“ für einen guten Einstieg: ein bekannter Song im neuen Gewand. Außerdem haben wir Micha damit einen Wunsch erfüllt – er wollte ihn schon immer singen. So haben wir direkt Aufmerksamkeit bekommen, und genau das war das Ziel.
Danke für eure Zeit – die letzten Worte gehören euch!
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine gute Zeit. Kommt gut in den Frühling! Und danke dir für dein Interesse!
