Aosoth - III

Review

Von AOSOTH habe ich bisher viel gehalten. Das selbstbetitelte Debüt war zwar lediglich solide, aber spätestens das folgende „Ashes Of Angel“ ein ziemlich wüster Klumpen voller Highspeed Raserei und Brutalität. Nun ist etwas mehr als ein Jahr ins Land gezogen, und „III“ klingt schon wieder etwas anders.

Aber nicht im schlechten Sinne. Denn AOSOTH haben das Tempo etwas gedrosselt und setzen mehr denn je auf disharmonische Riffs und eine unnachgiebige Finsternis. Zwar holen die Franzosen um ANTAEUS-Mastermind MkM immer noch gern den Knüppel raus, bleiben aber sehr viel häufiger im gemäßigteren Tempo. Das hat zur Folge, dass AOSOTH noch gewaltiger wirken, die dichten Gitarren, das eher im Hintergrund agierende Schlagzeug und das krächzende Organ von mkm lassen keinen Zweifel daran, dass „III“ zu einem richtigen Ausrufezeichen wird. Vor allem die Gitarren haben noch mal einen deutlichen Sprung in die richtige Richtung gemacht, wirken sie oft verstörend dissonant, dann wieder harmonisch, gar erhebend, nur um im nächsten Moment wieder unheilvoll zu surren. Problematisch ist leider die Produktion geworden, die zwar im positiven Sinne die dichte Atmosphäre stützt, auf der anderen Seite etwas den Druck vermissen lässt, gerade die Drums hätten zeitweise deutlich mehr Wumms vertragen können. Es ist aber zu verzeihen, denn AOSOTH schaffen es, noch kompromissloser zu wirken, als man sie bislang kannte, und das, obwohl sie deutlich mehr Ideen in ihren Songs verarbeiten.

So bleibt „III“ am Ende das wohl unheilvollste Album der Franzosen und gleichzeitig ein kleiner Einschnitt ins bisherige Schaffen, auch wenn es ohne Frage immer noch nach AOSOTH klingt. Brutal, unnachgiebig, finster und vor allem unglaublich intensiv!

26.04.2011

Chefredakteur

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