Echoes Of The Astrolith - Armory
Review
Schweden, Speed Metal und Weltraumgeschichten – ARMORY haben auch auf ihrem vierten Studioalbum nicht vor, das Rad neu zu erfinden, oder besser gesagt: das Raumschiff. Mit „Echoes Of The Astrolith“ schießen die Schweden erneut durch die Galaxie und liefern zehn Songs zwischen klassischem Heavy Metal, halsbrecherischem Speed Metal und einer ordentlichen Portion Science-Fiction. Allerdings hat sich seit „Mercurion“ einiges getan. Mit Chris Rostoff steht erstmals ein neuer Sänger am Mikrofon und auch musikalisch zeigen sich ARMORY eine Spur düsterer und abwechslungsreicher.
ARMORY geben ordentlich Schub
„Return Of The True Godz“ legt direkt mit rasanten Gitarren, galoppierendem Schlagzeug und hohen Screams los. Die Einflüsse von AGENT STEEL, HELSTAR und JUDAS PRIEST sind dabei kaum zu überhören. Besonders die harmonierenden Gitarren sorgen allerdings dafür, dass zwischen all dem Tempo auch die Melodien nicht zu kurz kommen.
Mit „Interceptor Squadron“ folgt einer der stärksten Songs des Albums. Der treibende Rhythmus und die schnellen Gitarrenläufe werden immer wieder von langsameren Passagen unterbrochen, während sich der Refrain überraschend schnell festsetzt. Hier zeigt sich auch, wie gut Neuzugang Chris Rostoff zum Sound der Band passt. Der Sänger beherrscht nicht nur die obligatorischen hohen Schreie, sondern kann auch in tieferen Lagen überzeugen und verleiht den Songs dadurch zusätzliche Dynamik.
„Cosmic Dreams“ nimmt anschließend deutlich Tempo heraus. Die düstere Atmosphäre und die etwas schwereren Riffs sorgen für einen willkommenen Kontrast zu den ersten beiden Nummern. Gerade hier wird deutlich, dass ARMORY nicht ausschließlich auf Geschwindigkeit angewiesen sind, um Spannung zu erzeugen.
Lange hält die Verschnaufpause allerdings nicht an. „Frequencies Of Terror“ zieht das Tempo wieder an und kombiniert hektische Gitarrenläufe mit wechselnden Rhythmen und melodischen Soli. Besonders das Zusammenspiel der Gitarren macht Spaß, während Rostoff zwischen aggressiveren Vocals und hohen Screams wechselt.
Zwischen Lichtgeschwindigkeit und kosmischem Chaos
Mit dem instrumentalen „Omens“ rücken anschließend die Gitarren noch einmal stärker in den Vordergrund. Statt einer bloßen Überleitung gibt es hier abwechslungsreiche Melodien und temporeiche Passagen, die zeigen, dass ARMORY auch ohne Gesang funktionieren.
„Sanity Disposed“ schlägt danach eine deutlich aggressivere Richtung ein. Die Riffs bewegen sich stellenweise näher am Thrash Metal und erinnern an frühe SLAYER, ohne dass die Schweden ihre Speed-Metal-Wurzeln hinter sich lassen. Gerade die Wechsel zwischen schnellen und schwereren Passagen verleihen dem Song zusätzlichen Druck.
Auch „The Final Invention“ gehört zu den interessanteren Stücken der Platte. Mit über fünf Minuten Laufzeit nimmt sich die Band hier etwas mehr Zeit, um ihre Ideen auszubreiten. Zwischen den aggressiven Riffs finden sich atmosphärische und elektronische Elemente, die hervorragend zur Science-Fiction-Thematik passen. Inhaltlich beschäftigt sich der Song mit künstlicher Intelligenz und einer Zukunft, in der sich die Menschheit zunehmend von ihren eigenen Schöpfungen abhängig macht.
Das anschließende Instrumental „Spaceworkz“ führt diese futuristische Atmosphäre weiter, nimmt dem Album allerdings auch etwas von seinem Schwung. Die ruhigeren Gitarrenpassagen bieten zwar Abwechslung, doch nach dem ebenfalls etwas ausladenderen Vorgänger hätte an dieser Stelle eine direktere Nummer möglicherweise besser funktioniert.
Mit „Astrolith (Rising)“ finden ARMORY dann wieder zu ihrer gewohnten Energie zurück. Schwere Gitarren, rasante Tempowechsel und Rostoffs variabler Gesang sorgen dafür, dass die Platte zum Ende hin noch einmal ordentlich Fahrt aufnimmt. Der abschließende „Pillars Of Fire“ setzt mit ausgedehnten Gitarrensoli und einem eingängigen Refrain schließlich einen würdigen Schlusspunkt.
ARMORY bleiben ihren Wurzeln treu
Dass ARMORY auf „Echoes Of The Astrolith“ musikalisch gereift sind, ist vor allem dem abwechslungsreicheren Songwriting anzumerken. Die Gitarren dürfen sich auch einmal abseits der üblichen Speed-Metal-Strukturen austoben, während Chris Rostoff dem Sound eine zusätzliche Facette verleiht. Besonders seine kontrollierteren Gesangspassagen stehen der Band gut und verhindern, dass die hohen Schreie mit der Zeit an Wirkung verlieren.
Ganz ohne Schwächen kommt das Album allerdings nicht aus. Trotz der gelegentlichen Tempowechsel ähneln sich einige der schnelleren Stücke in ihrer Grundstruktur und gerade in der zweiten Hälfte leidet der Spielfluss etwas unter den längeren instrumentalen Abschnitten. Auch musikalisch bewegen sich ARMORY weiterhin ziemlich nah an ihren Vorbildern.
Andererseits macht gerade diese kompromisslose Liebe zum klassischen Speed Metal einen großen Teil des Charmes aus. Die Schweden verstehen es, ihre Einflüsse mit ordentlich Spielfreude, technisch überzeugender Gitarrenarbeit und einer gehörigen Portion Science-Fiction-Wahnsinn zu verbinden.
„Echoes Of The Astrolith“ ist damit ein gelungenes viertes Album, das vor allem durch den neuen Sänger und die etwas düsterere Ausrichtung gewinnt. Nicht jeder Song hinterlässt einen bleibenden Eindruck, doch mit „Interceptor Squadron“, „Sanity Disposed“ und „Astrolith (Rising)“ haben ARMORY einige starke Nummern im Gepäck. Wer auf traditionellen Speed Metal mit hohen Screams und rasanten Gitarrensoli steht, dürfte hier ziemlich schnell auf seine Kosten kommen.
Echoes Of The Astrolith - Armory
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Heavy Metal, Speed Metal |
| Anzahl Songs | 10 |
| Spieldauer | 39:12 |
| Release | 23.10.2026 |
| Label | Dying Victims Productions |
| Trackliste | Return Of The True Godz Interceptor Squadron Cosmic Dreams Frequencies Of Terror Omens Sanity Disposed The Final Invention Spaceworkz Astrolith (Rising) Pillars Of Fire |
