Arrival Of Autumn - Harbinger

Review

Während andere den Wechsel von Herbst zu Winter wildromantisch mit fallenden Blättern und die Möglichkeiten auf letzte Sonnenstrahlen, verbinden, sind ARRIVAL OF AUTUMN weitaus melodramatischer der dritten Jahreszeit zugeneigt. Im schwindenden Tageslicht, in Kälte gehüllt, dem Untergang geweiht, muss erst etwas seine Schönheit verlieren, um bereit dafür zu sein Neues entstehen zu lassen. Neues ist entstanden. Sich in einer Stimmung zwischen Verfall und Hoffnung verlierend, veröffentlichen die, aus der kanadischen Kleinstadt Grande Prairie stammenden, ARRIVAL OF AUTUMN ihr neues Album mit dem Namen“Harbinger“.

Dass, von der Tristesse der dritten und vierten Jahreszeit geprägte, Werk der Kanadier zeigt einen relativ weites Spektrum an Instrumentalität auf. Mit dem Schlagwort „Metalcore“ gelabelt, ziehen die Freunde des Herbstes bittersüße, große Kreise, ziehen dabei jegliche Register und dabei oftmals den Kürzeren.

ARRIVAL OF AUTUMN: Unklare Wege

Sich nicht für eine Richtung entscheiden könnend, vollzieht die Platte innerhalb der Spielzeit diverse Rhythmus-und Stilwechsel. „Hurricane The Horizon“ startet mit thrashigen Gitarren, gewinnt solide an Fahrt, wird aber auf halber Höhe aus dem Nichts in seiner Melodik mit deplatziert, hämmernden Drums komplett auseinander gerissen. Dabei steckt in dem Ganzen soviel differenziertes Feingefühl, wie in einem Presslufthammer. Auch das, am Ende des Songs gesetzte, Gitarrensolo kann den, bis hierhin zerstörten Fluss, nicht kitten. Es verbleibt ein fader Nachgeschmack und manifestiert den ersten Gesamteindruck einer inhomogenen Spielweise zwischen progressiven Metal, Metal-und Deathcore.

„Harbinger“: Bittersüßer Vorbote

Dabei zeigt das, vorab veröffentlichte, „The Endless“ die deutlichen Qualitäten der Band.  Mit hohem, melodischen Anteil der Vocals, die zwischen clean und grunzig schwanken, ziehen die Kanadier hier musikalisch an einem Strang, was absoluten Spaß vermittelt. Auch ein Track wie „The Witness“ kann sehr viel, und dieses liegt alleine daran, dass Fronter Jamison Friesen aus dem Schatten der Drums hervortritt und soundmäßig weniger „hinter Wolldecken singend“ klingt.

„Harbinger“, was übersetzt „Vorbote“ bedeutet, könnte man stellvertretend für all das ansehen, was ARRIVAL OF AUTUMN in den nächsten Jahren noch liefern könnten. Der Anfang ist gemacht. Und auch wenn dieser hier nach „viel gewollt, weniger gedacht“ klingt, liefert die Platte gute Momente und punktet durch seinen Mut zur Vielfalt.

06.03.2019

It`s all about the he said, she said bullshit.

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