Attic - The Invocation

Review

Der König ist tot, es lebe der König. So weit ist es glücklicherweise noch nicht, aber falls KING DIAMOND einmal musikalisch abtreten sollte, stehen mit IN SOLITUDE oder PORTRAIT Bands bereit, die fähig sind in die Fußstapfen des King treten zu können. Mit den erst 2010 gegründeten ATTIC gesellt sich nun eine weitere Formation zu dieser illustren Runde. Nachdem ihr selbstbetiteltes Demo im Underground wie eine Bombe eingeschlagen ist, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich ein Label der Gelsenkirchener annehmen würde. Ván Records haben den Zuschlag erhalten und stellen heuer das Debüt “The Invocation” in die Regale.

Wer sich in so kurzer Zeit einen Namen in der Szene macht, muss schon etwas Besonderes sein. Das sind die Mannen um Sänger Meister Cagliostro sicherlich, denn sie vermögen es, wie keine andere Band (auch nicht die oben genannten) den Spirit der frühen MERCYFUL FATE-/KING DIAMOND-Werke mit ihren eigenen Kompositionen einzufangen. Dabei ATTIC verhehlen ihre Einflüsse in keiner Weise. Im Gegenteil, sie orientieren sich an den Meisterwerken von Kim Bendix Petersen und seinen Bands, kupfern aber nie plump ab. Wenn man dann noch dezente Einflüsse wie JUDAS PRIEST oder PENTAGRAM hinzu addiert, bekommt man eine Mischung, der sich kein Diamondbanger entziehen können dürfte.
Zwar gehen ATTIC bei Songs wie dem Titeltrack (mit gänsehauterzeugendem Kirchenorgelintro “In The Chapel”), “Ghost Of The Orphanage” oder “Join The Coven” nicht ganz so progressiv wie MERCYFUL FATE zu Werke, doch gelingt es den Nordrheinwestfalen perfekt eine gleichermaßen andächtige, wie bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen. Ganz so wie es die Dänen auf “Melissa” und “Don’t Break The Oath” auch getan haben. Hinzu kommen die geschickt gesetzten Breaks, das damit einhergehende formidable Songwriting und natürlich das Gespür der Band, für packende Hooklines, die Meister Cagliostro vornehmlich im Falsett vorträgt. Keine Feen-Metal-Refrains, sondern traditionelle Heavy-Metal-Refrains, die unter die Haut gehen und die es schaffen, dass man schon beim ersten Durchlauf die Fäuste gen Himmel reckt. Die Gitarristen Katte und Rob sorgen zudem immer wieder mit interessanten Licks für Abwechslung und können durch gelungenes Riffing punkten. Auch das Faible für okkulte Themen nimmt man der Band ebenso ab wie dem King.

Aber selbst wenn man den KING DIAMOND-Faktor weglässt, hat die Musik noch genug Substanz, um jeden traditionellen Headbanger zu überzeugen. “The Invocation” ist der perfekte Brückenschlag zwischen dem frühen Werk von KING DIAMOND und dem Hier und Jetzt. Die Okkult-Metal-Szene hat einen neuen Truchsess und “The Invocation” ist ein mächtiges Statement an die Kollegen. Besser kann es nur der King selbst machen. Für Diamondbanger absolutes Pflichtprogramm.

01.12.2012
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