Bear - Anhedonia

Review

Mit ihrer neuen EP „Anhedonia“ meldet sich die belgische Band BEAR zurück. Der letzte Output, „Vanta“, liegt drei Jahre zurück, weshalb wir uns fragen, warum kein Longplayer daraus geworden ist. In der Kürze liegt bekanntlich die Würze, deshalb hören wir uns die fünf neuen Lieder umso intensiver an.

BEAR liefern einen interessanten Stilmix

Der Grund, warum es „nur“ eine EP geworden ist, ist ernst: Gitarrist James Falck kämpfte während der Entstehung des Vorgängers mit einer Krebserkrankung, einer Trennung und familiären Verlusten. Mit „Anhedonia“ verarbeitet der Musiker diese Zeit seines Lebens. Das erklärt den hohen Aggressionslevel. Dem Promotext zufolge hat er diese Phase inzwischen überwunden.

Der Sound der Gruppe erinnert an JINJER mit männlichen Vocals. Eine Mischung aus Djent, Metalcore und Progressive Metal prasselt auf die Hörenden nieder und trifft mit voller Wucht. Neben den ukrainischen Senkrechtstartern hören wir auch Parallelen zu MESHUGGAH und INFECTED RAIN.

Sänger Maarten Albrechts wechselt mühelos zwischen hohem Cleangesang und fiesen Shouts. Die Gitarrenfraktion frickelt sich durch die Lieder, was den hohen Prog-Anteil unterstreicht. Dennoch gibt es immer wieder stampfende, eingängige Passagen, die Mosher und Headbanger begeistern dürften.

BEAR haben „Anhedonia“ als Liveband im Studio aufgenommen. Clicktracks oder andere Sicherheiten kamen nicht zum Einsatz. Alle fünf Lieder entstanden in Echtzeit. Entsprechend organisch klingen Sound und Mix.

„Anhedonia“ ist musikalische Katharsis

Mit dem Wissen um die Hintergründe wirkt „Anhedonia“ wie ein Befreiungsschlag: BEAR zeigen sich nahbar und verletzlich und rasieren innerhalb von 20 Minuten alle miesen Gefühle weg. Kann man machen!

25.05.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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