Beatallica - Sgt. Hetfields Motorbreath Pub Band

Review

Wer singt die besten langgezogenen „Oooohhhs“ an den Zeilenenden der Strophenphase, Nick Holmes von PARADISE LOST oder Hetfield von METALLICA? Nun, da kann noch jemand mithalten: Jaymz Lennfield von BEATALLICA. Diese Band hat es sich zum Ziel gesetzt, die gar nicht so unvereinbaren Stile der BEATLES und von METALLICA zu vereinen und aus einem Sammelsurium von Songfragmenten, Ideen und Anleihen der Vorbilder, sagen wir es mal in betriebswirtschaftlicher Fachsprache, ein „quasi-neues“ Produkt zu schaffen.

Denn obengenannter Jaymz Lennfield klingt in der Tat wie Hetfield, mehr noch als Hetfield selbst könnte man fast sagen. Die „Oooohhhs“ sind so authentisch, dass man beinahe meint, den METALLICATZ zu lauschen, wären da nicht die diversen Songeinsprengsel des Liverpooler Vierers. „Sgt. Hetfields Motorbreath Pub Band“ ist der Opener dieser äußerst unterhaltsamen Scheibe. Und wir hören in der Tat eine perfekte Mischung der beiden Ikonen. „Sandman“ ist ein auf BEATLES getrimmter Heavy-Song (vor allem die Chöre), Lemmy hatte ja vor einiger Zeit schon eine Klasseparodie mit „Fuck Metallica“ geboten, doch auch BEATALLICA lassen sich nicht lumpen. Die Soli sind klasse, jede US-Rockband wäre neidisch.

„Helvester Of Skelter“ kombiniert auf geniale Weise „Helter Skelter“ und „Harvester Of Sorrow“. Jaymz Gesang ist einfach nur als geil zu bezeichnen. Letztlich ziehen BEATALLICA aus den Vorbildern die Wurzeln heraus, den swingenden Blues und den erdigen Rock, und bündeln das Ganze zu einem packenden „neuen“ Song. „A Garage Dayz Nite“ zimmert uns Hetfield auf „A Hard Days Night“ um die Lauscher, wobei der Text sehr ulkig ausgefallen ist. „Ktulu (He’s So Heavy“) ist ein Hammersong geworden, basslastig, doomig, schräg, mit staubigem Break in der Mitte des überlangen Tracks und abschließendem Gütesiegelsolo.

„For Hoursemen“ (cooler Titel;-)) verwurstet mehrere METALLICA-Songs. Das Highlight ist für mich „Hey Dude“ mit ellenlangem Ausklang wie beim einst so gefeierten musikalischen Vorbild. Die auf „zahnlosen Alten“ gemachten schiefen Vocals (inklusive räudigem Lachen) sind optimal eingesetzt, die Musik perfekt adaptiert. Der begeisterte Otto Rehagel würde versuchen, auf beiden Finger zu pfeifen, wenn er es nur schaffen würde, so er „Remember / Metal Is In Your Heart / And You Can Start / To Be A Shredder“ lauschen würde. Oder „Metallica’s Under Your Skin! So Now Begin To Be A Shredder“…

So wird dieses Album Aha-Erlebnisse auch für Leute ohne große Ahnung bereithalten, denn wer kennt die BEATLES oder METALLICA nicht? Das können nur Leute sein, die nicht ganz bei Trost sind und selbige interessieren uns hier nicht. Wem ELÄKELÄISET oder TENACIOUS D zusagen, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Aber auch viele andere, denn es ist hier wirklich guter Rock/Metal entstanden, auch abseits des Augenzwinkerns. Und die „Oooohhhs“ sind wirklich gut, das fand selbst Hetfield, der dieser Band seit kurzem einige Unterstützung zukommen lässt.

08.11.2007
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