Cataract - Kingdom

Review

Mein lieber Thrash-Scholli, CATARACT schreddern in gut 40 Minuten jegliche Vorurteile über die Trägheit unserer Eidgenossen zu Kleinholz. Das Rezept ist so einfach wie naheliegend: Hau‘ deinem Zuhörer in die Fresse – er wird es schon zu schätzen wissen.

Wer die Axt im Kopf stecken haben möchte, der bekommt es. Wer die Nackenwirbel gebrochen haben möchte, der bekommt es. Wer von Feuersalven durchlöchert werden möchte, der bekommt es. Wer niedergestampft und zerquetscht werden möchte, der bekommt es. Fette Gitarrenriffs und ein enorm treibendes Schlagzeug zeichnen die metallische Richtung der Band auf und führen sie in die Ursprünge ihres Schaffens – unbarmherzige Moshparts garniert mit Hardcore-typischen Gangshouts. Neben Songs, die vor Kraft nur so strotzen und bei denen man am liebsten seinen Schädel abschrauben würde („Tongues Spitting Hate“), herrscht alldominierend ein immenses Tempo („For Their Sins“) kombiniert mit einem melodieuntermalten Groove („On This Graveyard“), der unweigerlich in einen Moshpart mündet („Denial of Life“).

Sicherlich gibt es auch Grund zur Kritik: Die Stimme des Sängers könnte an der einen oder anderen Stelle etwas Abwechslung gebrauchen. Zudem sind die Songs in ihrer Struktur – über das ganze Album betrachtet – relativ leicht vorhersehbar und kratzen teilweise, trotz der Bemühung um Abwechslung („March with your Battleforce“), an der Monotonie, die aber allzu oft durch den druckvollen Energiefluss wettgemacht wird.
Ergo: CATARACT erfinden mit „Kingdom“ das Rad nicht neu, aber es rollt gut…und unaufhaltsam…und besser als jedes andere von CATARACT.

26.06.2006
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