Crossfaith - The Artificial Theory For The Dramatic Beauty

Review

Haha, ich darf mal lachen. Die Japaner CROSSFAITH halten es für ne gute Idee, es Trendparasiten wie ENTER SHIKARI gleichzutun und trancigen Düdelbum-Techno mit Breakdown-lastigem Metalcore zu verbinden. Neu und einzigartig sei es, frischer Wind für die Szene. Ein fataler Trugschluss. Es ist weder innovativ noch lustig, es ist ein Ärgernis. Metalcore an sich ist ja oft schon nicht der Weisheit letzter Schluss, aber wenn er gut umgesetzt ist und eine authentische, ehrliche Note besitzt, bitte. Das hier ist aber unnötiger Kappes für (höchstens) 12-Jährige. ENTER SHAKARI hatten vielleicht sogar noch ein bisschen Substanz in ihren Kompositionen, damit wird uns hier nicht gedient.

Und es ist sogar irgendwo schade. Denn es gibt auf dem Album mit dem langen Namen (gähn) auch gute Ansätze. Ein Song wie „Blue“ hat tatsächlich eine feine Begleit-Melodie, und ein paar Riffs und Gitarrenleads sind auch nicht schlechter als bei der Konkurrenz. Dann kommt aber noch der penetrante, kaum von anderen Bands zu unterscheidende Brüllgesang dazu, der dann, wenn er einmal in einen Versuch cleaner Melodien umschlägt („K“), noch unfreiwillig witzig baden geht. Und dann das Alibi-Gedüdel hinterher. Jungs, es nervt.

Was sich CROSSFAITH bei dem Keyboard-Interlude gedacht haben, das übrigens schlicht „Interlude“ betitelt ist, will sich mir auch nicht erschließen. Es klingt wie irgendeine weihnachtliche Spieluhr, wie diese Klimperdinger, die in die Holzkrippen eingebaut sind, ihr wisst schon, man dreht dran und dann „Stille Nacht, heilige Nacht“. Sollte es ein Witz sein, ist er misslungen, ist es ernst gemeint, ist eigentlich alles noch viel schlimmer. Dass die Herren Musiker Asiaten sind, mag den Nintendo-Einfluss erklären, rechtfertigen allerdings noch lange nicht.

Bitte CROSSFAITH, zurück auf Start und besinnt euch auf die wenigen Lichtblicke eurer Musik, vielleicht lässt sich daraus tatsächlich ein brauchbares Metalcore-Album zimmern. Oder nehmt mit euren Synthesizer ein elektronisches Trance-EuroDance-Irgendwas-Album auf. Missbraucht aber nicht eigentlich ehrliche und authentische Metal-Musik für euren Kindergarten-Kram.

29.08.2010
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