Crossfaith - Apocalyze

Review

Galerie mit 10 Bildern: Crossfaith - Rock Am Ring 2014

CROSSFAITH aus Japan widmen sich mit ihrem Album „Apocalyze“ dem Trancecore, die Hälfte der Leser geht jetzt weiter an den Kutten nähen oder wahlweise kotzen… Trancecore ist tatsächlich viel zu vage ausgedrückt, denn auch elektronische Spielarten spalten sich in viele kleine Genres auf. Um es banal auszudrücken: CROSSFAITH nutzen elektronisch erzeugte Geräusche und mischen diese mit Metalcore. Dies tun sie nicht nur besonders abwechslungsreich, sondern vorrangig überzeugend und auf hohem Niveau. Zwingend über ein gutes Abspielgerät hören!

Die ersten Klänge sind etwas gewöhnungsbedürftig, denn nicht nur die Taktfrequenz ist extrem hoch, sondern auch die Tonfrequenz. Meine Bedenken, ein nerviges Album mit Epilepsie-Gefahr ertragen zu müssen, verstreuen sich relativ schnell. Dubstep ist den Japaner ebenso geläufig, wie schmackiges Riffing und packende Refrains. „Hounds Of Apocalypse“ ist herrlich schräg, tanzbar und doch rockig. Wie schon eingangs erwähnt, werden Tradionalisten aka „True-Fraktion“ sowas von reiern, wenn ihnen CROSSFAITH über den Weg laufen, allerdings richten sich CROSSFAITH ganz sicher auch an anderes Publikum. Es gibt massig Möglichkeiten zum Springen, viele Rap-Einlagen, dicke Gangshouts und es rummst und bummst, wie auf dem derbsten Jahrmarkt im Drogenviertel. Inhaltlich sind CROSSFAITH entsprechend aufrührig, fordern zur Aktion und zur Revolution auf. In „Scarlett“ gibt es es weichen Break und weibliche Unterstützung, diese kommt etwas künstlich daher aber zumindest gibt es eine kleine Verschnaufpause, hier wäre etwas weniger Geblubber nett und songdienlich gewesen.

Ab der Hälfte von „Apocalyze“ scheint CROSSFAITH der Akku für die Synthesizer ausgegangen zu sein, die elektronischen Parts werden massiv zurückgefahren und klingen deutlich entspannter, sodass die Härte wieder mehr in den Vordergrund treten kann. „Countdown To Hell“ trommelt in schöner „St.Anger“-Tradition  und ist nicht mehr, als ein tierisch gut reinlaufendes grooviges Monster! Dann wird deutlich, dass CROSSFAITH ganz sicher keine Plastikband sind, sondern wahres Talent für Songwriting vorhanden ist und der ganze Schnick-Schnack das Material lediglich aufpoliert und interessanter macht. Ohne mich selbst überzeugt zu haben, kann ich mir gut vorstellen, dass CROSSFAITH live auch sehr intensiv um gute Stimmung bemüht sind und ganz sicher nicht statisch ihr Set runterzocken.

CROSSFAITH sind erfrischend motiviert und präsentieren auf „Apocalyze“ einige interessante Tracks, die keinem üblichen Songschema folgen und somit überraschen und sich nicht schnell abnutzen. Nicht jeder Ton sitzt, manches Mal agiert die Band in deutlich zu hohen Gefilden, ein zweites „The Path Of Totality“ sollte man jetzt nicht erwarten. Für Leute, die wegen dem „fetten Sound“ als Teenies gerne mal direkt neben den Boxautos rumhingen ist das ein Fest. Aber auch für Alle, die einfach elektronische Musik und Rock mögen, hier gibt es nämlich beides und zwar gar nicht  mal schlecht kombiniert.

Fans von PENDULUM, PRODIGY, ENTER SHIKARI und ASKING ALEXANDRIA sollten mal reinhören!

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16.01.2014

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