Dekadenza - Wasteland

Review

DEKADENZA aus Berlin haben spannende Instrumente im Line-Up. Neben der klassischen Rockbesetzung spielt Sänger Raphy auch Cello, während sein Bruder Adry Saxofon spielt. Dadurch verspricht der Sound der Gruppe eine interessante Note zu bekommen. Sie selbst nennen ihn „Epic Groove Metal“. Was genau das bedeutet und was uns auf dem Debüt „Wasteland“ erwartet, klären wir jetzt.

DEKADENZA verorten sich zwischen Modern Metal und Lounge-Musik

Die Musik klingt ein bisschen wie die englische Version von HÄMATOMs Ausflug nach „Berlin“, was insbesondere am präsenten Saxofon liegt, während sich das Cello stärker im Hintergrund hält. Zum ersten Mal fällt es im Interlude „My Enemy“ auf, wo es die alleinige Bühne bekommt.

Das Metal-Fundament ist moderner, geradliniger Metal ohne besondere Ausschläge in eine Richtung. „Groove Metal“ nennt man im Allgemeinen auch LAMB OF GOD und Kollegen, doch in diese Härtegrade stoßen DEKADENZA mit „Wasteland“ nicht vor. Ebenso ist der Albumtitel düsterer als das Werk selbst. Meistens machen die Lieder ordentlich Party und animieren zum Tanzen. Von Ödnis ist keine Spur.

Die Frage ist nur, auf wen „Wasteland“ abzielt. Der Promozettel spricht von einem Album für Fans von AIRBOURNE, ALESTORM und APOCALYPTICA. APOCALYPTICA wegen des Cellos, aber einen symphonischen Ansatz können wir nicht heraushören. AIRBOURNE rocken ebenfalls, doch statt dreckigem Aussie-Rock gibt es hier eher die folkige Party-Schlagseite von ALESTORM, sodass dieser Vergleich am ehesten passt. Dennoch haben DEKADENZA etwas Eigenständiges kreiert, das bisweilen allerdings auch sehr anstrengend ist. Wenn das Saxofon über alle anderen Instrumente hinwegdudelt, kann es schnell zu viel werden.

„Wasteland“ ist mehr Chaos als Ödnis

Man muss DEKADENZA anrechnen, dass sie einen Ansatz wählen, den es so noch nicht allzu oft gegeben hat. Dennoch wirken die Lieder teilweise sehr chaotisch, und trotz der knapp 40 Minuten Laufzeit ist das Hörerlebnis mitunter anstrengend. Live könnte die Musik die Stimmung zum Kochen bringen. Man wird sehen, wohin der Weg der jungen Band führt.

16.09.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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