Hämatom - Berlin

Review

Galerie mit 23 Bildern: Hämatom - Summer Breeze Open Air 2019

HÄMATOM sind echte Arbeitstiere. Bis vor der Pandemie gab’s jedes Jahr mindestens eine Tour, neues Musikfutter für die Fans und seitdem keine Konzerte mehr möglich sind, spielte die Band schon ein knappes halbes Dutzend Streamingkonzerte mit verschiedenen Themen. Mit „Berlin“ steht nun ein ungewöhnliches Werk der vier Himmelsrichtungen an, welches rein akustisch daher kommt und den exzessiven Spirit der Zwanziger Jahre atmen soll, ganz im Geiste von „Babylon Berlin“.

HÄMATOM machen eine Zeitreise

Nord, Süd, West und Ost können sich mit HÄMATOM sowieso alles erlauben. Von den verrückten Anfängen mit der Interpretation deutschsprachiger Märchen, über den Aufstieg im Schlepptau von EISREGEN und der Wechsel zum Deutschrock-Label Rookies & Kings bis hin schließlich zur eigenen Labelgründung. Musikalisch war von harten Industrial-Rockern bis TRAILERPARK-Covern auch schon alles dabei.

„Berlin“ klingt hingegen nicht nur wie eine Zeitreise in die Zwanziger Jahre, sondern auch wie eine Europareise durch die damalige Zeit. „Au Revoir“ transportiert die Fans sofort nach Frankreich, „Werft die Gläser an die Wand“ schickt einen ins kalte Russland. Dazwischen gesellen sich aber auch Stücke, die ganz klar einfach HÄMATOM in Akustik sind, wie „Zwischen Gangstern und Ganoven“.

Die ruhigeren Stücke mit eher dezenter eingesetztem Bläser-Ensemble sind die, die auf „Berlin“ wirklich überzeugen. Der Refrain von „Ein Herz und eine Kehle“ mutiert mit jedem Hördurchgang zu einem Größeren Ohrwurm und würde sicherlich auch gut mit einem Feature von EISREGENs Michael Roth daher kommen, angesichts der leicht morbiden Thematik.

„Berlin“ – Ein akustischer Tanz auf dem Vulkan

Das Album ist ein nettes Experiment. HÄMATOMs Stärken liegen natürlich ganz klar bei ihrem Ursprungs-Genre, aber sowohl Nords Stimme, als auch die Wandelbarkeit der Band sind zu honorieren. Stellenweise bleiben die Texte etwas platt, wie in „Beweg dein‘ Arsch“, das muss auch nicht jedem gefallen. Zudem ist, wie bereits erwähnt, bei den schnellen Stücken der Einsatz der Blasinstrumente recht anstrengend, weswegen die kurze Spielzeit von einer guten halben Stunde passend gewählt ist.

In Anbetracht der Tatsache, wie großartig jedoch die letzten, normalen Releases der Band waren (auch wenn Teile der Redaktion das anders sehen), bleibt aber gewünscht, dass „Berlin“ ein einmaliges Experiment bleibt, welches zwar ganz witzig ist, aber hinter dem eigentlichen Katalog der Band zurückbleibt.

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18.04.2021

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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