Détresse - Misères

Review

Bei DÉTRESSE handelt es sich um ein internationales Trio aus Österreich und Kanada, das sich der schwarzmetallischen Vereinigung zweier Seelen verschrieben hat. So soll Bassistin Cynthia Paré für den erhabenen und gleichzeitig naturgewaltigen Black Metal aus dem französischsprachigen Nordamerika stehen, Drummer Lukas Lichtenfels sowie Gitarrist und Sänger Patrick Stoiber für die vielleicht etwas bodenständigere Variante. Im Vergleich zum Debütalbum „Pessimismes“ schlägt der nun bereits ein Jahr später erscheinende Nachfolger „Misères“ einen etwas geradlinigeren Weg ein und keimt damit eher auf mitteleuropäischem Nährboden.

Kanada trifft Österreich

Sowohl der Opener „Vallée de Misères“ als auch das anschließende „Verrottet“ preschen in hohem Tempo nach vorne und lassen eine melodisch treibende Riffwand entstehen, die sich grundsätzlich mit ähnlichen, im Post Black Metal verorteten Bands wie HARAKIRI FOR THE SKY oder FIRTAN vergleichen lässt. Mit „Schwefel“ wird es dann kerniger. Durch die Midtempolastigkeit erlauben DÉTRESSE atmosphärischen Passagen mehr Raum und das hallende Schlagwerk hat größere Schlagkraft. Mit einem sehr abgerundeten Songwriting ist das auch der stärkste Song auf „Misères“.

Den nachfolgend wieder auf französisch gehaltenen Tracks fehlt etwas der Fokus. Die charakteristischen Merkmale des „Metal Noir Québécois“ aus fesselnden Arrangements und naturwilder Rohmelodik bleiben außen vor, stattdessen fehlt den Songs ein wenig die Besonderheit, auch wenn Stoiber immer wieder interessante Rifffragmente einzustreuen weiß. So wirken DÉTRESSE mit ihrem Zweitwerk manchmal gar etwas unfertig. Atmosphärisch düster, mit klarer Linie Druck aufbauend, kratzt das Trio doch irgendwie gefühlt an der Oberfläche und arrangiert einen Hauch zu glatt.

Glatte Oberfläche

Rein stilistisch passt „Misères“ ideal in den Backkatalog von Vendetta Records und man macht hier auch absolut nichts falsch, doch wer immer auf der Suche nach dem letzten Step in die Tiefe ist, dem dürften DÉTRESSE an dieser Stelle nicht genügen. Vielleicht sollte sich das deutsch/kanadische Kollektiv beim nächsten Album wieder ein wenig mehr Zeit lassen, denn Potential bringen die beteiligten Musiker in jedem Fall ausreichend mit.

06.10.2026
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