Devil's Train - II

Review

Teufelszeug! So ein Teufelszeug! Ganz arges Teufelszeug!
Ach nee – Teufelszug! Scheiße, was ein kleines „e“ so ausmacht – muss was mit der GDL zu tun haben… Ja klar, die beiden Züge auffem Cover stehen ja auch…
Wem bei der zwischen den Zügen breitbeinig stehenden Mutti mit dem Lederkäppchen einer steht, hat dabei selbst Schuld, aber das ist ’ne andere Geschichte. Obwohl – das ist ja Schwanzrock hier!

Da hat das “Hollywood Girl“ gleich zu Anfang nicht nur ’n heißes Höschen und schöne Schuhe an, sondern auch die ganz bestimmten MÖTLEY CRÜE-Blicke. Da ist nicht erst bei “Let’s Shake It“   klar, welche Stationen so alle auf dem Fahrplan des Teufelszugs stehen. 

Als Schaffner haben DEVIL’S TRAIN fürs Album “II“ neben WHITESNAKE auch MOLLY HATCHTET verpflichtet, während der Zugführer wohl auf den Namen BLACK LABEL SOCIETY hört. Dass der Zug dabei nicht in Amiland aufgegleist wurde, sondern mit R.D. Liapakis (MYSTIC PROPHECY) am Mikro und dem umtriebigen Jörg Michael an den Fellen europäisch besetzt ist, könnte die Frage nach der Authentizität des Ganzen aufwerfen, aber die Mucke spricht letztlich für sich und die Frage nach Klischees ist bei Cock Rock ja auch fehl am Platze…

Sicher wird hier kein einziges Zugrad neu erfunden, aber DEVIL’S TRAIN gelingt es durchweg, kraftvolle und treibende Songs zu schreiben, die fett produziert daherkommen.
Blöd ist eher dabei, dass nicht jeder Song mit einem tatsächlich zwingendem Refrain aufwarten kann und so der ein oder andere wahlweise mit Whiskey, Bier oder Diesel getränkte Track neben der Mama auch jede Erinnerung an ihn aus dem Zug schmeißt.

Hinzu kommen zwei nicht ganz unproblematische Cover:
Warum man unbedingt LED ZEPPELINS “Immigrant Song“ und vor allem das schon völlig weggecoverte “Born To Be Wild“  von STEPPENWOLF unbedingt noch mal auflegen musste… schöne Scheiße! 

Wenn der Zug endlich den Bahnsteig erreicht, bleibt ein nicht  ungetrübtes Gefühl von “schon-verdammt-oft-dagewesen“ bis “herrlich-so-was-wieder-zu-hören“.      

Fans oben genannter Formationen, trendbewusste Biker und Freunde unkomplizierten Rock ’n‘ Rolls greifen dennoch zu…

18.04.2015
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