Dimmu Borgir - Eonian

Review

Nach einer gefühlten Ewigkeit sind DIMMU BORGIR wieder zurück. Acht (!) Jahre nach ihrem letzten Studioalbum gibt es endlich wieder neues Material der norwegischen Black-Metal-Größen. Nach einer so enormen Wartezeit sind die Erwartungen an ein Album extrem hoch. Da stellt sich die Frage, ob DIMMU BORGIR diese mit „Eonian“ erfüllen können.

„EONIAN“ SPALTET DIE GEMÜTER

DIMMU BORGIR testen schon seit vielen Jahren die Grenzen des Black Metal aus. Viele werfen ihnen deshalb Kommerzialisierung und Ausverkauf vor. Jedoch ist es eben jener Stil, der sie so weit gebracht hat und der auf „Eonian“ erneut zu hören ist. Dieses Album strotzt nur so von Bombast in vielen verschiedenen Variationen. „Interdimensional Summit“, die erste Single des Albums, wirkt durch den enormen Einsatz von Orchester und Chor teilweise nicht mehr so hart wie gewünscht und für einige Geschmäcker vielleicht etwas „poppig“ (wahrscheinlich weil der Refrain ein ziemlicher Ohrwurm ist).

Dagegen wirkt gleich der nächste Track schon deutlich anders. Durch den Einsatz von Blastbeats und wahnsinnig schneller Doublebass im Refrain spürt man bei „ÆTheric“ die für den Black Metal übliche Härte wieder. „Council Of Wolves And Snakes“ dagegen ist ein eher langsamerer Song mit einigen wenigen rapiden Stellen mittendrin. Mit „The Empyrean Pheonix“ findet man eines der ersten Highlights auf „Eonian“. Im Vergleich zu vielen anderen Songs auf der Platte sind die orchestalen und choralen Elemente viel dezenter eingesetzt und untermalen den Song eher, anstatt im Vordergrund zu stehen wie bei „Interdimensional Summit“. Generell sind die stärksten Momente auf „Eonian“ jene, wo die Gitarren und Drums im Vordergrund stehen und Orchester sowie Chor den Sound nur komplettieren. Um den Sound des Albums, der übrigens hervorragend ist, hat sich Jens Bogren diesmal gekümmert.

IST „EONIAN“ EIN WEITERER KLASSIKER VON DIMMU BORGIR?

Mit knapp acht Jahren Produktionszeit arbeiteten DIMMU BORGIR an keinem anderen Album so lange wie an „Eonian“. Dies prophezeit zwar kein gutes Album, gibt aber einen Hinweis darauf, dass viel Arbeit in jenes Projekt gesteckt wurde. Im Interview mit metal.de erwähnte Silenoz dazu: „Wir haben, mal mehr, mal weniger, eigentlich schon seit 2012 an dem Album geschrieben. Erst in den letzten drei bis vier Jahren haben wir dann wirklich begonnen, Songs auszuarbeiten. Wir nehmen uns üblicherweise nach jeder Tour erstmal eine kleine Auszeit. Diesmal benötigten wir mehr Zeit, um uns neu zusammenzustellen.“

DIMMU BORGIR haben sich sehr weit an die Grenzen des Black Metal gewagt, um einen noch epischeren, bombastischen Sound präsentieren zu können. Was jedoch ein wenig fehlt ist die Abwechslung auf dem Album. Viele Lieder auf „Eonian“ ähneln sich sehr, dazu findet man bis auf „The Empyrean Pheonix“ vielleicht keine wirklichen Highlights.

FAZIT

„Eonian“ ist ohne Zweifel ein gutes Album. Ob es das ist, was sich die Fans seit acht Jahren erhoffen, ist schwer zu sagen. Was sich sagen lässt, ist dass sich Symphonic-Black-Metal- und DIMMU BORGIR-Fans sich dieses Album zulegen sollten, da es sich letztendlich um einen würdigen Nachfolger von „Abrahadabra“ handelt.

 

27.04.2018
Exit mobile version