Elysion - Identity

Review

Das griechische Quartett ELYSION feiert mit seinem vierten Longplayer “Identity“ gleichzeitig sein zwanzigjähriges Bestehen. Das Album ist kein Konzeptalbum, trotzdem zieht sich thematisch ein roter Faden durch “Identity“, auf dem laut Pressemitteilung Themen behandelt werden wie “Selbstfindung, persönliche Auseinandersetzungen, Widerstandskraft, Zugehörigkeit und Einheit in einer zunehmend fragmentierten Welt“.

Spiegelt “Identity“ die Persönlichkeit von ELYSION?

“Identity“ startet stark mit “Do Or Die“, dessen ruhiges Synthie-Intro, gepaart mit sanftem Gesang von Frontfrau Christianna, den Zuhörer zunächst in die Irre führt, bevor das erste Riff brutal aus den Boxen kracht und den Kurs klarmacht für den Rest der Scheibe. Hier bekommt man als Zuhörer neben Gänsehaut auch ein bisschen LACUNA COIL – Feeling gratis. “Guardian Angel“, das von Kindesmissbrauch erzählt, treibt das Tempo und den Puls ordentlich nach oben. Die aktuelle Single “Dead Loves“ erzählt von Verlust und dem Umgang damit. In “The Last Ride“ gibt es den ersten Gastbeitrag von Konstantinos Togas von NIGHTRAGE und HERTA.

Der Song “Phoenix“ steigt wie das besungene Fabelwesen aus der Asche auf und setzt sich nachhaltig im Innenohr fest. “Gravity“ und “Moment In Time“ bringen starke Vibes an DELAIN aus ihrer “Human Contradiction“ – Ära mit sich. “Harvest“ überrascht mit einem Gastbeitrag von Sakis Tolis von ROTTING CHRIST. Das Album schließt mit “Nighttime Whispers“, das mit einem akustischen Gitarrenpart, untermalt von zarten Synthie-Klängen und elfenhaften Gesangsparts beginnt und diese zerbrechliche Atmosphäre bis zum Ende kontinuierlich steigert, erweitert um Chorgesang und vereinzelte E-Gitarrennoten. Ein würdiger Abschluss.

ELYSION – Überraschung aus Griechenland

ELYSION sind hierzulande noch viel zu unbekannt. Die gesangliche Qualität von Frontfrau Christianna überzeugt auf ganzer Linie, und was wir auf “Identity“ hören, ist bestimmt noch nicht alles, was sie im Repertoire hat. Ihre Stimmfarbe erinnert an eine Mischung aus Melissa Bonny von AD INFINITUM und Madeleine Liljestam von ELEINE, bringt jedoch genug eigene Identität und Wiedererkennungswert mit. Mit “Identity“ erfinden die Griechen das metallische Rad zwar nicht neu, haben jedoch darauf einen fetten Sound kreiert, der dem Zuhörer nachhaltig im Ohr bleiben wird.  Liebhaber von Female Fronted Metal, die die Band noch nicht für sich entdeckt haben, sollten dringend einmal ein Ohr riskieren.

18.10.2026
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