From Ashes Reborn - Chasing Utopia
Review
Eine der ersten Lektionen als neuer Redakteur bei einem Online-Magazin: Niemals aus der Ich-Perspektive schreiben! Egal, heute muss das mal, denn die allererste Platte, die ich 2018 als Neuzugang bei metal.de für eine Rezension zugeteilt bekommen habe, war das Debüt einer frisch gegründeten Melodic-Death-Metal-Kapelle aus Rheinland-Pfalz. Acht Jahre später erscheint mit „Chasing Utopia“ endlich ein Nachfolger, erneut komplett in Eigenregie. Grund genug natürlich, zu prüfen was sich im Hause FROM ASHES REBORN so getan hat.
FROM ASHES REBORN – Drin, was drauf steht
Erst einmal: Es ist noch Melodic Death Metal drin, wo Melodic Death Metal drauf steht. Nachdem das Intro „Colossal March“ verklungen ist, zeigen sich allerdings ein bereits ein paar Veränderungen. „Chasing Utopia“ klingt ein wenig moderner als sein Vorgänger, die leichten Stockholm-Einflüsse, die auf „Existence Exiled“ noch vorhanden waren – auch, wenn der damals unerfahrene Redakteur das vielleicht gar nicht so heraus gehört hatte – sind dieses Mal nicht mehr deutlich auszumachen.
Gerade „Soulless Legions“ klingt deutlich nach Göteborg, wenn auch sicherlich nach etwas älteren Alben von DARK TRANQUILLITY und Co., aber vielleicht eher nach der Phase um 2000 als nach den ganz frühen Werken. Natürlich sind FROM ASHES REBORN immer noch ganz klar im Death Metal verwurzelt und werden jetzt nicht plötzlich modern. Dick aufs Maul gibt es sowieso wieder reichlich, dennoch ist das Songwriting etwas vielschichtiger geworden. Ein Song wie „In Truth Divided“ schafft es mittlerweile spielerischer, Einflüsse aus Death Metal, Black Metal sowie epische Power-Metal-Melodien zu einem schlüssigen Ganzen zu vereinen.
Grundsätzlich sind FROM ASHES REBORN auf der ganzen Platte eindeutig um Abwechslung bemüht, beispielsweise nicht jeden Song mit dem unvermeidlichen, melancholisch gezupften Gitarren-Intro zu beginnen, auch das Tempo variiert immer wieder merklich. Große Hooks, wie das Main-Riff des Titeltracks verfügen über genug Wiedererkennungswert, das Album tragen zu können. Eine weitere Baustelle der letzten Platte wurde außerdem angegangen: Während der Vorgänger es mit neun Songs gerade mal auf 30 Minuten Spielzeit brachte, kommt man dieses mal mit elf vollen Songs (plus Intro und Interlude) auf über eine Stunde.
Der Segen ist auf „Chasing Utopia“ aber leider auch ein wenig Fluch. Neben den wirklich gelungenen Tracks schleicht sich auch die ein oder andere Durchschnittsnummer ein und auch die deutlich gestiegene Länge der einzelnen Songs verleitet offenbar zu ein paar nicht unbedingt nötigen Schlenkern. Das manchmal etwas eindimensionale Shouting von Fronter Ronni lässt nach über 60 Minuten auch nicht mehr in jedem Moment aufhorchen, verschwimmt zeitweise zu einer etwas zu gleichförmigen Masse.
Anspieltipp für alle Genre-Fans – „Chasing Utopia“
Auch nach acht Jahren brauchen sich FROM ASHES REBORN im Bereich Melodic Death keineswegs zu verstecken. „Chasing Utopia“ zeigt: Die Rheinland-Pfälzer sind sträflich unterbewertet, denn diverse andere Bands aus dieser Richtung, auch alteingesessene, haben in den letzten Jahren deutlich schwächere Alben herausgebracht.
Die Produktion klingt ein bisschen weniger Old School, was aber nicht unbedingt ein Kritikpunkt ist, denn letztlich werden auf „Chasing Utopia“ auch mehr Epochen des melodischen Todesstahls ausgelotet. Das grundsätzlich starke Songwriting trifft aber über die Gesamtspielzeit auch auf einiges an Durchschnittskost, dank Highlights wie „In Truth Divided“ oder eben dem Titelsong, die vor allem in ihren atmosphärischen Parts am besten funktionieren, bleibt das Album aber definitiv mindestens ein Anspieltipp für alle Genrefans.
From Ashes Reborn - Chasing Utopia
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Melodic Death Metal |
| Anzahl Songs | 13 |
| Spieldauer | 61:32 |
| Release | 06.03.2026 |
| Label | Eigenproduktion |
| Trackliste | 1. Colossal March 2. Soulless Legions 3. In Truth Divided 4. Summoning the Shadows 5. Chasing Utopia 6. Through Darkest Fires 7. Wraith of Memories 8. One with My Demons 9. Interlude 10. Venomous Crown 11. Too Blind to Speak 12. Beyond Infinity 13. Echo Chambers |
