Fvneral Fvkk - Indecent Idols
Review
Noch lange hallten die Worte von Decanus Obscaenus aus unserem Interview zu „Carnal Confessions“, dem Debüt-Album von FVNERAL FVKK, nach: „Wenn wir überhaupt noch ein Album machen – wir wissen es einfach nicht.“ Lange Zeit sah es tatsächlich so aus, als wäre möglicherweise Schluss und es würde keine neuen Songs der Hamburger Düster-Prediger mehr geben. Irgendwann verdichteten sich aber die Anzeichen, dass etwas im Busch sein könnte und spätestens, als „Bishop of The Iron Guard“ auf dem DoomShip 2025 gespielt wurde, war klar: Ein neues Album ist am Entstehen. Ob „Indecent Idols“, zu dem wir natürlich auch wieder ein Interview mit der Band geführt haben (erscheint demnächst), die selbst bereits enorm hoch gesetzte Messlatte noch einmal nach oben schrauben kann?
FVNERAL FVKK – Sakrale Stimmung auf einem neuen Level
Wie könnte ein Metal-Album, das sich nicht nur thematisch, sondern eben auch musikalisch dem Thema „Verfehlungen der christlichen Kirche“ widmet stimmiger beginnen, als mit einem Kanon? Nein, es gibt sie nicht nur um Schüler im Musikunterricht zu quälen, wenn schon wieder der Einsatz verpennt wurde. In „Confiteor“ hilft die versetzte Melodie, die sakrale Stimmung und den flehenden Gesang von Cantor Cinaedicus noch einmal auf ein neues Level zu heben.
„Crosses To Gallows“ beginnt dann ebenfalls flehend, hier übernimmt die Abbitte aber eine ungeheuer intensive Gitarrenmelodie, während das kernige Doom-Riff daran erinnert, wo eigentlich die Wurzeln von FVNERAL FVKK liegen. Die unheilige Priesterhorde vertont die Geschichte des wohl bekanntesten Henkers des Vatikans so, wie es wohl keine andere Band kann.
Die Sprachsamples zum Beginn und zum Ende von „A Hidden Threnody“ wirken erst befremdlich, da sie auf dem Album aus dem Rahmen fallen – später, wenn man sich als Hörer bewusst wird, was der interviewte Erzbischof dort eigentlich erzählt, aber noch einmal auf eine ganz andere, bedrückende Weise. Mit „The Beasts Of Speyer“ wird ein Fall aus Deutschland aufgegriffen, der für viel Aufsehen gesorgt hat und nach wie vor fassungslos macht. Der Beginn des Songs lässt noch erahnen, dass er ursprünglich einmal als Ballade angelegt war, in seiner jetzigen Form geht die Nummer aber vor allem durch die beste Gesangsleistung der Platte ganz besonders unter die Haut.
„Bishop Of The Iron Guard“ erinnert noch am ehesten an das Vorgängeralbum, hätte mit seinem Haupt-Riff auch dort eine gute Figur gemacht und erzeugt vor allem durch die Gitarrenarbeit eine bedrohliche Atmosphäre, die eine bislang auf „Indecent Idols“ noch nicht gezeigte Seite von FVNERAL FVKK betont – großartig gekontert von einem extrem eingängigen Chorus. Anknüpfend an den leicht thrashigen Part im Song, schließt sich das ebenfalls ziemlich kernige „Leichensynode“ an, das noch einmal unterstreicht, wie die Band es schafft, klassischen Doom-Riffs durch ihren deftigen Gitarrensound neues Leben einzuhauchen.
Passend zur tragischen Geschichte hinter dem Song (siehe dazu auch unser Track-By-Track Special von Decanus Obscaenus) klingt „Even In Death (We Possess You)“ irgendwie getragen und wohl am ehesten nach dem, was die meisten sich unter Epic Doom vorstellen, auch aufgrund seines tieftraurigen Hauptthemas. Großartig!
Nach sieben Jahren nichts verlernt – „Indecent Idols“
Unglaublich aber war, FVNERAL FVKK können einfach nichts schlechtes herausbringen, haben nach sieben langen Jahren nichts verlernt und schrammen mit „Indecent Idols“ nur knapp an der Höchstnote vorbei. Die neue Platte ist dabei etwas eher ein „Grower“, haut einen nicht ganz so direkt um, wie „Carnal Confessions“, dafür aber umso nachhaltiger.
Gefühlt bei jedem Hördurchlauf kristallisiert sich wieder ein neuer Favorit heraus, mal ist es das knackige Doppelpack aus „Bishop Of The Iron Guard“ und „Leichensynode“, dann wieder der opulente Chor-Part von „Even In Death (We Possess You)“, bevor einem wieder auffällt, wie genial die Melodie von „Crosses To Gallows“ doch ist. Was nach mehreren Wochen Heavy Rotation nicht langweilig wird, das wird es vermutlich auch in ein paar Monaten nicht. Oder um es mit den Worten des Kollegen Jürgen Fenske zu sagen: „Von so einer Platte träumen CANDLEMASS und Co.“ Recht hat der Mann.
Fvneral Fvkk - Indecent Idols
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Doom Metal, Epic Doom |
| Anzahl Songs | 7 |
| Spieldauer | 42:18 |
| Release | 23.10.2026 |
| Label | Dying Victims Productions |
| Trackliste | 1. Confiteor 2. Crosses To Gallows 3. A Hidden Threnody 4. The Beasts Of Speyer 5. Bishop Of The Iron Guard 6. Leichensynode 7. Even In Death (We Possess You) |
