Gladenfold - Soulbound
Review
GLADENFOLD veröffentlichen vier Jahre nach „Nemesis“ ihr viertes Studioalbum. Die seit Langem bei Reaper Entertainment unter Vertrag stehende finnische Band hat sich Zeit gelassen, um eine neue Platte zu produzieren. Bisher standen sie für Melodic-Death- und Power Metal mit ordentlichem Cheese-Faktor. Wie sieht der Auflauf auf „Soulbound“ aus?
GLADENFOLD verabschieden sich von Melo-Death-Klängen
Die offensichtlichste Änderung gegenüber den Vorgängern ist, dass Screams und Melo-Death-Riffs fast vollständig fehlen. „Soulbound“ ist ein lupenreines Power-Metal-Album und klingt, als hätten SONATA ARCTICA den „Reckoning Night“-Spirit wiedergefunden. Die Stücke pendeln zwischen gefälligem Midtempo und Highspeed-Brechern wie „For My Queen“.
Sänger Esko Itälä hat eine angenehme Tonlage, die an Tony Kakko erinnert, wodurch der Vergleich mit SONATA ARCTICA noch naheliegender wird. In der vierten Nummer „Helix Of Hate“ schleichen sich ein paar Alibi-Growls ein, die im Gesamtsound jedoch kaum auffallen. Stattdessen setzt die Band mit Songs wie „Ghostlike“ auf die glorreiche Zeit des finnischen Power Metal vor circa 20 Jahren.
Auf „Mercy“ ist ein weibliches Feature eingebunden, das überzeugt. „Chaos Waltz“ erhöht den Härtegrad und deutet Blastbeats an – davon gerne mehr. Zudem gibt es ein starkes Gitarrensolo. Auch „Anthem Of The Broken“ macht mit flottem Riffing und hymnischem Refrain eine gute Figur. Es wirkt, als hätten GLADENFOLD nach einem gefälligen Start die stärksten Songs in der zweiten Hälfte platziert.
„Soulbound“ überzeugt mit starker zweiter Hälfte
Nach der anfänglichen Überraschung über den veränderten Sound schlägt sich das vierte GLADENFOLD-Album vor allem in der zweiten Hälfte sehr gut und weckt Erinnerungen an den Power Metal vergangener Tage. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn der Melodic Death Metal nicht dauerhaft aus dem Sound der Finnen verschwände, denn gerade die Mischung der Stile sorgte für Abwechslung. Es ist wie bei einer guten Käseplatte: Der Mix macht’s. Besteht sie nur aus Gouda, wird es irgendwann eintönig. Doch „Soulbound“ überquert die Ziellinie insgesamt zufriedenstellend.
Gladenfold - Soulbound
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Power Metal |
| Anzahl Songs | 9 |
| Spieldauer | 41:18 |
| Release | 27.02.2026 |
| Label | Reaper Entertainment |
| Trackliste | 1. Fire Wind 2. Wardens Of Time 3. For My Queen 4. Helix Of Hate 5. Mercy 6. Ghostlike 7. Chaos Waltz 8. Anthem Of The Broken 9. Soulbound Parallax |
