Harrowed - The Eternal Hunger

Review

HARROWED sind eine Death-Metal-Band und „The Eternal Hunger“ daher eine ernste Angelegenheit. Deutlich wird das im konsequenten Clip zu „The Haunter“, der zeigt: Es gibt kein Entrinnen, der Sensenmann gewinnt am Ende. Das muss auch der Protagonist erfahren, obgleich er auf der Flucht und im tiefen Schnee wirklich nichts unversucht lässt, sich zum Beispiel hinter einer Hütte versteckt oder gar seinen Poncho wegwirft.

Entsprechend machen Sänger und Drummer Adam Lindmark (DEAD LORD, ehemals MORBUS CHRON) und Gitarrist bzw. Bassist Tobias Alpadie (DEAD LORD, VAK) auf ihrem Debüt keine Gefangenen. Fachgerecht produziert von Robert Pehrsson (u. a. DEATH BREATH) und punktuell unterstützt von Nicke Andersson (ENTOMBED etc.) sowie Scott Carlson (REPULSION) glüht „The Eternal Hunger“ in allen Schwarztönen zwischen Lederjacke, getrockneter Blutlache und verscherbelter Seele.

„The Eternal Hunger“ bietet HM-2-Kleinode mit Hang zum D-Beat

(Natürlich) ohne Witz: Die Bande an mittelalten Herren macht tatsächlich alles richtig. Zumindest für Freundinnen und Freunde des Death Metal, denen HM-2 und Verneinung des 21. Jahrhunderts genauso wichtig sind wie Rock ’n’Roll. HARROWED nämlich fräsen ihren Oldschool-Kleinoden durch einen ausgeprägten Hang zum D-Beat und mächtigen Riffs im gemäßigten Uptempo-Bereich ein ziemlich diabolisches Grinsen ins modernde (nicht moderne!) Antlitz.

Mit anderen Worten: „The Eternal Hunger“ könnte durchaus von „Left Hand Path“ und „Severed Survival“ mit interkontinentalem Stolz in der Babyklappe des bedenklichen Berserkertums versenkt worden sein. Um dann da freudig als Geschwisterchen der verschiedenen DEATH-BREATH-Sprösslinge begrüßt zu werden. Bei dem man sich nur wundert, dass es in ernsten Momenten etwas wie ein bewusst unter Schnapseinfluss gezeugter Abkomme VENENUMS wirkt. Spätere Adoption und unheilige Verehrung durch die Zielgruppe wären in jedem Fall wahrscheinlich.

Mit HARROWED muss gerechnet werden

Und mal weg vom Konjunktiv: HARROWED wird sehr sicher gehuldigt werden. Denn deren Songs sind kompetent komponiert, stützen sich nicht nur auf das Riff oder gar den Sound. Sie sind unterscheidbar, gehen ins Ohr und ob der (Punk-)Rock-Kante nicht nur ins Mark, sondern auch ins Bein. Anspieltipps hielten an dieser Stelle nur auf. Verwiesen sei aber auf Details der Liebe: Die erste Wortmeldung im Opener „Bayonet“ ist ein sehr kompetent, da mit einer Tendenz zu gespucktem „Blöaargh!“ versehenes „Uaargh!“. Das dritte Stück heißt „ Ultra Terrene Phantasmagoria“. Und beide Protagonisten der Band tragen Schnurrbart zum Augenring.

P.S.: Wer Neues sucht, zieht drei Punkte ab. Wer cool ist, addiert zwei. Mit HARROWED muss gerechnet werden.

20.02.2026
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