Hitten - Triumph & Tragedy

Review

Es gibt so viele Bands, bei denen man sich wundert, dass es sie schon lange gibt. HITTEN gehören zweifellos zu ihnen. Erst seitdem sie vor ein paar Jahren „Twist Of Fate“ bei der Qualitätsschmiede High Roller Records veröffentlicht haben und sich seitdem auf den Billings verschiedenster europäischer Liebhaberfestivals tummeln, genießen sie die breite Aufmerksamkeit des deutschen Classic-Metal-Undergrounds. Dabei haben sie ihr erstes Demo „Darkness Queen“ schon vor zehn Jahren herausgebracht und „Triumph & Tragedy“ stellt schon das vierte Studioalbum dar. Obwohl die Band im Pandemiesommer 2020 in verschiedenen Ländern voneinander getrennt waren, konnten sie sich nicht davon aufhalten lassen, diese Platte doch zu vollenden.

Der Triumph des Heavy Metals…

Diese räumliche Distanz ist dem Album natürlich überhaupt nicht anzuhören, aber trotz der hervorgehobenen Snaredrum und dem hallenden Sound, hat die Scheibe einen jüngeren Touch, der in der Verbindung von Heavy und Glam Metal liegt. Das zeigt sich vor allem am Riffing, welches beim Opener ‚Built To Rock‘ stark an der NWoBHM orientiert ist, das von ‚Meant To Be Mean‘ jedoch in seiner Breitbeinigkeit unweigerlich den Platz in den Stadien dieser Welt sucht. Diese Ambivalenz zeigt sich sogar bei der Powerballade ‚Core Of The Flame‘. Sie ist mit der weitgehend hohen Dynamik und dem hallenden Backgroundgesang eher episch orientiert als an die Herzschmerz-Stücken aus Los Angeles.

…und die Tragödie des Glam Metals

Auffällig ist das Gitarrenspiel. Schon im flotten Eröffnungsstück ‚Built To Rock‘ demonstrieren sie mit ihrem RAVEN-Riffing und den Double-Leads ihre Fingerfertigkeit. Aber auch die anderen Songs werden meist von hypermelodischen Soli eingeleitet. Da bleibt wenig Platz für harte Riffs, die dem Sound mehr Biss verleihen könnten. Den braucht es, denn die Refrains wirken oft bemüht hymnenhaft. Um die Einsicht, dass „Triumph & Tragedy“ nicht nur dadurch extrem klischeebehaftet ist, kommt niemand herum. Dennoch macht diese Platte viel Spaß, weil die Spanier ihr Handwerk verstehen und es nicht einfach nur nachmachen.

19.11.2021

Redakteur mit Vorliebe für Hard Rock, Heavy Metal und Thrash Metal

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