Hocico - Unseen Horror Scenes

Review

Ein neues HOCICO-Album ist für Fans von EBM und Aggrotech immer ein Grund zur Freude. Die mexikanische Band zählt zu den Urgesteinen der Szene und ist in der schwarzen Szene sehr beliebt. Neben stampfenden Beats und harschem Gesang sind Anspielungen auf ihren Ursprung seit jeher Teil der Identität der Gruppe. Sei es durch spanische Lyrics oder – weniger subtil – Sammlereditionen der Alben in Form einer Azteken-Pyramide oder einer mit echten Chiliflocken gefüllter Schallplatte. Letztere ist eine besondere Version des nun erschienenen Albums „Unseen Horror Scenes“. Ist es so heiß wie sein Inhalt?

HOCICO liefern unheimliche Synthie-Sounds

Schon auf den ersten Metern wirken HOCICO anno 2026 spritziger und zugänglicher als zuletzt. Vergangene Outputs wie „Artificial Extinction“ oder „HyperViolent“ lieferten noch einige Fillersongs oder anstrengende Sounds und Samples. Dagegen hört sich „Unseen Horror Stories“ mit Songs wie „Dark Paradigm“ oder dem sehr tanzbaren „Traitors“ zugänglicher an – aggressiv, aber eingängiger. Das führt zu einem intensiveren Hörerlebnis, denn HOCICO-Alben sind immer recht lang und fast 70 Minuten Noise-untersetzten EBM sind nicht für jeden etwas.

Dass die Grenzen zwischen Gothic, EBM und Metal fließend sind zeigt „Blood On The Wires“, das wie ein Industrial-Metal-Song samt stark verzerrter Gitarren und Drums klingt und sich mit seinen FEAR-FACTORY-Remixalbum-Vibes nahtlos in den Sound einfügt. Zwischen den Aggrotech-Gewittern findet sich mit Ambient-Interludes wie „Where Darkness Leaks In“ immer wieder Platz zum Durchatmen.

Auf „Hey Tú!“ – ebenfalls eine Party-Nummer mit Ohrwurmgarantie – steuert Rafael Reyes von PRAYERS ein Feature bei. Sein Sprechgesang fügt sich gut in den Track ein und verwandelt ihn in eine elektronische Crossover-Hymne mit Single-Hit-Potenzial.

„Unseen Horror Scenes“ ist erfrischend wie lange nicht

Das 13. reguläre Album von HOCICO ist erfrischend und voller neuer Ideen. Nachdem der Sound der Mexikaner jahrelang stagnierte, führen sie mit „Unseen Horror Scenes“ neue Elemente ein, die ihnen sehr gut tun. Dadurch kommt einem die Platte nicht so lang vor wie sie ist und diverse Stücke sind prädestiniert dafür, künftig im Liveset und DJ-Sets zu landen.

09.05.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

Exit mobile version