Hocico - Ofensor

Review

Galerie mit 6 Bildern: Hocico auf dem Mera Luna Festival 2016

Zumindest in Sachen Aktionismus und Veröffentlichungsanzahl kann man HOCICO keinen Vorwurf machen. Nahezu jedes Jahr erscheint irgendein neuer Silberling der Mexikaner, die bereits seit 1993 ihr Unwesen treiben. Zählt man „Los Dias Caminando En El Fuego“, welches anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens veröffentlicht und mit verschollenen bzw. unveröffentlichten Stücken ausgestattet wurde, dazu, steht mit dem Neuwerk „Ofensor“ bereits das vierte Album binnen sechs Jahren bereit (Live- und Maxi-Veröffentlichungen nicht mit gerechnet). Dass dabei nicht alles Gold sein konnte, was glänzt und sich gar leichte Abnutzungserscheinungen erkennbar zeigten, verwunderte bei dieser Schlagzahl nicht allzu sehr. Insbesondere der Mangel an den sonst so prägnanten Melodien im Aggrotech-Gewitter der beiden Cousins und die verstärkte Hinwendung zum Voll-auf-die-12-Techno versetzte Veröffentlichungen wie „Tempos De Furia“ und vor allem „El Ultimo Minuto“ einen faden Beigeschmack.

Im Vorfeld des neuen Albums wurde bereits die EP-Single zu „In The Name Of Violence“ veröffentlicht, welches trotz konstant hohem Tempo mit flirrender Melodie ein klein wenig Verbesserung versprach. Das stimmungsvolle Intro „Déjà-Vu Siniestro“ entführt den Hörer auf direktem Wege in die elektronisch, brachiale Welt HOCICOs, ehe „Relentless“ aufgrund minimalistischer Herangehensweise, Midtempo-Bassline und stark stampfendem Rhythmus für Verwunderung sorgt. Im Vergleich zum überwiegend rasanten Vorgänger dominieren auf „Ofensor“ vornehmlich langsame, dafür aber enorm ausgeprägt knackige Beats, die eine gewisse sterile Atmosphäre erschaffen und teilweise den Bogen zur rohen Anfangsphase der Band schlagen. In guten Momenten ergeben sich Songs wie das eindringlich kriechende „Heart Attack“, in schlechten hingegen platte Nummern wie „Sex Sick“. Positiv jedoch ist auf jeden Fall die Abwechslung, die HOCICO mit ihrem neuen Album bereithalten. Neben bereits angesprochen midtempo-lastigen Stücken, finden sich auch schnellere Songs („In The Name Of Violence“) oder Klangexperimente (z.B. „I Will Be Murdered (4 Minutes Of Horror)“, welches ohne dominanten Beat auskommt). Dabei setzen HOCICO verstärkt auf vergleichsweise einfach gehaltene Melodien, die beispielsweise im flotten Titeltrack mitreißen können, an anderen Stellen („Mind Circus“, „Auf der Flucht“) jedoch zu plump daherkommen.

Die ganz große Klasse lässt sich somit leider nur in wenigen der genannten Songs oder den seit längerem mal wieder gehäuft anzutreffenden Instrumentalstücken („El Destello En El Cristal“, „The 5th Circle“) erkennen, die zu einem „kompletten“ Song ausgebaut vermutlich richtig Potential gehabt hätten. Für meinen Geschmack wären Erk Aicrag und Rasco Agroyam zukünftig gut beraten, wenn sie wieder verstärkt Melancholie in ihren Sound integrieren und weniger auf pure Aggression setzen würden. Sicherlich kein richtig schlechtes Werk der mexikanischen Klangbeserker, ein durchwachsenes aber allemal. Veröffentlicht wird „Ofensor“ als reguläres Album, als Deluxe-Doppel-Disc mit dem Remix-Album „Invasor“ und als auf 1000 Einheiten limitiertes Fan-Set (3CD-Variante, handnummeriertes und signiertes Echtheitszertifikat, „Lucha Libre“-Wrestlingmask).

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27.12.2015

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