In Hearts Wake - Kaliyuga

Review

IN HEARTS WAKE sind konsequent in ihrer Botschaft und Haltung. Auch „Kaliyuga“ beschäftigt sich wieder mit der Zerstörung unseres Planeten und der Mahnung an die Menschheit. Respektabel dabei: Die Australier setzten auch bei der Produktion und Herstellung auf Nachhaltigkeit und arbeiteten entsprechend, zum Beispiel so, dass das Album nicht in Plastik eingeschweißt auf den Markt kommt. Musikalisch dagegen setzt die Band erneut auf ein munteres Potpourri aus modernem Metal, Hard- und Metalcore sowie Alternative-Klängen.

IN HEARTS WAKE haben ihre Stärken in den härteren Momenten

Eine Mischung, die auf „Kaliyuga“ dem Hörer einiges abverlangt. Zudem glückt nicht jedes Sound-Experiment . Insbesondere in den härteren, wütenderen und bedrohlicheren Momenten zeigen IN HEARTS WAKE allerdings ihre Stärken. „Worldwide Suicide“, das seine Basis im Nu Metal hat, zeigt sich im munteren Stakato und fiesen Breakdowns – übrigens in knackigen zwei Minuten. Auch „Timebomb“, „Forces Of Light“ mitsamt catchiger Hook und das abschließende dystopische „2033“ gehören zur härteren Gattung. Insbesondere „2033“ geht dabei als Highlight durch – vielfältig, brutal und doch einnehmend.

Etwas, dass im sonstigen Verlauf von „Kaliyuga“ nur bedingt zutrifft. Zwar setzen IN HEARTS WAKE häufig auf catchige Melodien und erweitern ihr Klangbild auch gerne mal durch elektronische und Industrial-Elemente, doch die Ideen gehen selten auf. Stattdessen wirkt das Album zeitweise zerfahren und Songs wie die klar im Alternative und Melodic Hardcore verwurzelten „Sons Of A Witch“ und „Husk“ rauschen relativ unaufdringlich durch die Gehörgänge.

„Kaliyuga“ sucht seinen Platz zwischen den Stühlen

So bleibt „Kaliyuga“ ein Album, das seinen Platz zwischen den Stühlen sucht. IN HEARTS WAKE sprechen vermutlich verschiedene Hörerschaften an, doch die Schnittmenge ist nicht immer dieselbe. Insgesamt ist der prognostizierte Weltuntergang in seinen gandenlosen und fast schon verstörend-düster gezeichneten Momenten in jedem Fall überzeugender als in radiotauglichen Hooks. Ausnahme ist hier vielleicht das von Georgia Floods Klargesang dominierte „Crossroads“, das durch die weibliche Stimme noch einen ganz eigenen Charakter an. Ansonsten: Ein spannendes Album, bei dem sich Licht und Schatten die Wage halten und das vor allem experimentierfreudige Hörer von modernem Metal ansprechen könnte.

02.09.2020

Chefredakteur

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