Keitzer - Ascension

Review

KEITZER veröffentlichen mit „Ascension“ bereits ihr sechstes Album. Und im Grunde hat sich die klangliche Devise der Band im Gegensatz zum Vorgänger kaum verändert. Lohnt sich dann überhaupt das Reinhören?

Nun, auf der Haben-Seite ist die Produktion sogar sehr gelungen. Einerseits zeitgemäß transparent, andererseits kalt und rau genug, um die Aggressivität der Songs glaubhaft zu transportieren. Das ist auch bitter nötig, denn „Ascension“ geizt durchaus mit Allerinstellungsmerkmalen. Die Songs sind allesamt solide gespielt und pusten euch den Staub aus den Ohren, keine Frage. Und ein paar Hits haben es auch auf das Album geschafft. Der Opener „We Will Drown All Of You In Blood“ startet schon mal druckvoll durch. Der folgende Titeltrack ist ziemlich episch und eignet sich hervorragend als Anspieltipp, aber auch „Black Silent Ties“ hat was. Ebenfalls wenigstens auffallend ist „Übermensch“, das komplett in deutsch gehalten ist. Die Texte sind zugegeben etwas klobig dargeboten, aber das hält den Song nicht davon ab, hervorzustechen.

Negativ fallen dagegen etwa die kitschigen (richtig gelesen) Streicher gegen Ende von „Conquistador“ auf. Auch das Interlude „Ritual“ bedient sich aus der orientalischen Klischeekiste und ist eher was für die Tonne. Hätte man sich schenken können.

Der Rest der Songs zieht dann leider spurlos am Hörer vorbei. Allesamt keine Totalausfälle und für amtliches Kopfnicken bestens geeignet, halten sich die memorablen Momente dann aber doch in Grenzen. Tempowechsel gibt es reichlich, aber selten ziehen die einen wirklich mit, selten reißt es einen aus dem Sessel. Und die fiesen Melodien, mit denen KEITZER förmlich um sich schmeißen, verlieren auf Dauer auch ihre Wirkung.

Immerhin reicht „Ascension“ für den kleinen Weltuntergang für zwischendurch aus. Dank der guten Produktion und dem prinzipiell soliden aber wenig spektakulären Songwriting ist das Album weit entfernt davon, unhörbar zu sein. Ein bisschen angeschwärztes Backenfutter für zwischendurch eben. Wohl bekomm’s.

06.11.2016

Redakteur für Prog, Death, Grind, Industrial, Rock und albernen Blödsinn.

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