Layment - Of Gods & Goats

Review

Ab und zu ertappt man LAYMENT aus Herne dabei, wie sie Riffs und Melodien spielen, die man auch anderen Heavy- und Powermetallern zugetraut hätte. Und dann fällt erst so richtig auf: Alben wie „Of Gods & Goats“ können dem Genre noch besondere Sichtweisen hinzufügen. Mit komplexen Melodien in eingängigen Strukturen, thrashigen und folkigen Fremdeinflüssen, sowie einem Gesang zwischen FALCONER und VOLBEAT, fühlt man sich bereits ab dem Opener „Another Road“ großartig unterhalten. Aber obwohl das Album seinen Peak erst nach mehreren Hördurchläufen erreicht, hat es mich nicht völlig überzeugt. Die letzten fehlenden 10% Details und Feintuning vermeiden, dass jeder Song ohne Abnutzungserscheinungen über seine Spielzeit kommt.

Das ist insofern schade, als das insbesondere die erste Hälfte von „Of Gods & Goats“ nicht mit starken Momenten geizt. Viele Songs, wie etwa „The Seafarer“ oder „This Covenant“ fangen zwar unauffällig an, entwickeln sich bis zum Refrain aber zu absoluten Granaten. Wie LAYMANT Songabschnitte ineinander übergehen lässt, und ihnen damit nicht nur Dynamik, sondern auch Tiefe gibt, ist ganz großes Kino. In der Regel können sie damit kompensieren, dass einige Passagen für sich genommen eher unspektakulär sind. Bestes Beispiel: „Rejected Son“. Unglaublich starke Thrashriffs in Strophe und Bridge, der Refrain nutzt sich aber bis zum Ende stark ab. Das ist schade, weil die Mittelteile oft nochmal richtig Gas geben und spannende Soli und/oder Tempowechsel bieten.

„Of Gods & Goats“ ist damit ein Album, das dieses Jahr nicht zur Speerspitze des Genres gehören wird, obwohl man es ihm gerne gegönnt hätte. Nicht zuletzt wegen dem exzessiven Einsatz von 3/4-Takten in den Songs. Wer immer schon der Meinung war, dass FALCONER besser gewesen wären, wenn sie ein wenig mehr Midtempo gespielt hätten, sollten mal reinhören.

23.04.2014
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