Lovex - Guardian Angel

Review

Ne, also so langsam machen mir die skandinavischen Glamgother immer weniger Spaß. Nicht, dass die Finnen im Glam keine große Tradition hätten (vgl. HANOI ROCKS) und nicht dass HIM am Anfang ihrer Karriere durchaus den positven Überraschungseffekt auf ihrer Seite hatten (in Pop-Maßstäben umgerechnet), aber dass jetzt nach NEGATIVE, SOULRELIC und MALICE IN WONDERLAND mit LOVEX nun schon die vierte Band innerhalb kürzester Zeit auf den Markt geworfen wird, die nicht nur genauso klingt, sondern auch genauso aussieht wie die vorher genannten, weckt einige ganz üble Assoziationen in mir. Da auf der „Guardian Angel“ auch nirgendwo erwähnt wird, ob die Band die Lieder selbst geschrieben hat, bin ich auch nicht in der Lage diese Vorwürfe zu widerlegen. Aber zeigen wir uns in diesem Zweifelsfall dem Angeklagten mal gönnerhaft, bis uns das kommende Album ins Haus fällt.

Dann lässt sich nämlich sagen, dass die Platte kompositorisch nicht überragend, aber okay ist. Die letzte NEGATIVE bleibt dennoch die einzige Scheibe dieser Bands, die es geschafft hat, tatsächlich etwas Anspruch in dieses Genre zu packen, denn die vier hier vorgelegten Songs poprocken ganz tief in komerziell bekannten Schemata. Auf Refrain produziert, mit allgegenwärtigem Keyboardeinsatz und der obligatorischen Ballade („Yours“) kam der deutsche Chartserfolg nicht von ungefähr, und auch der Liveanteil des abschließenden „Bullet For The Pain“ kann in Frage gestellt werden.

Im Endeffekt bleibt also die Empfehlung für Fans jenes Popgothics, nicht gleich den Kanal zu wechseln wenn „Guardian Angel“ durch MTViva trudelt. Mit einer Kaufempfehlung bin ich aber ganz vorsichtig, bis ich das kommende Album in die Hände bekomme und man sich ein genaueres Bild dieses Sechsers machen kann. Denn das bisherige ist vorerst äußerst negativ belegt.

29.01.2007
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