Luca Turilli - King Of The Nordic Twilight

Review

Ich dachte immer Solo Projekte zeichnen sich davon aus, daß sich die Künstler mal von einer ganz anderen Seite präsentieren wollen. Wäre hier kein anderer Sänger am Werk, würde ich kaum Unterschiede zu Rhapsody erkennen. Doch nicht nur die Musik, Cover, Schriftzüge erinnern an, genauso wie bei Luca Stammband geht es hier um eine zusammenhängende Fantasy Story die auch auf mehreren CD´s erzählt werden soll. Dieser Luca wird von Veröffentlichung zu Veröffentlichung besser, die Produktion wird immer fetter, die Melodien immer komplexer und doch eingängiger und kaum einer versteht es so kitschige Hollywood Film Musik Elemente mit dem fast schon selbstverständlichen Mittelalterklängen und dem doch sehr Helloween artigen Speed/Power Metal so zu verbinden, daß man sich fast in andere Welt versetzt fühlt. Ob einem dann dieser Welt dann gefällt muß jeder selber entscheiden. Doch ohne Zweifel steht fest, daß in Sachen Musiker Auswahl Luca auch ein goldenes Händchen bewiesen hat, denn Miro an den Tasten, Sascha Paeth am Bass/diverse andere Gitarren, Robert Henncke und Robert Henncke an den Drums machen einen wirklich guten JOB und stehen denn Rhapsody Jungs in nichts nach. Etwas zwiespältig hingegen der Sänger Olaf Heyer, der mir zu stark versucht in die Enuchenliga einzusteigen. Eigentlich schade, denn das der Knabe das Gejaule nicht nötig hat, läßt er auf mehreren Songs wie z.B.: „lord of the winter snow“ unter Beweis, doch leider muß am Ende immer wieder ein wenig gejault werden. Sehr angetan war ich von der Operetten ähnlichen „Princess Aura“. Wer leider diese Frau mit dieser gekonnten Stimme war, geht aus meinem Info leider nicht hervor. Wer also auf epischen dennoch schnellen und sehr hymmenhaften Powermetal steht, sollte hier zugreifen. Für mich ist es musikalisch bisher das Beste Werk des Herrn Luca Trulli. Denn wer mit ganzen Orchestern, Opernsängern, Chören usw. arbeitet und das auch mit seinem virtuosen Gitarrenspiel verbindet, ist schon gut. Jedoch gefallen mir aus dem Genre die neue Rage und Grave Digger besser. Doch wenn ich freiwillig eine Powermetalplatte zu Ende höre und sogar mitwimpe muß sie schon was besonderes sein. Trotzdem würde mich mal interessieren wie sich Luca bei einem Livekonzert aus der Affäre zieht.

24.09.1999
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