Lychgate - Precipice
Review
Spätestens seit „Also Sprach Futura” dürften LYCHGATE in den Plattenschränken von Fans des Death-, Black- und Progressive Metal gleichermaßen heimisch sein. Mit „Precipice” liefert das Londoner Avantgarde Metal-Projekt seinen vierten Langspieler ab und macht ein weiteres Mal deutlich, dass das Genre noch lange nicht ausgelotet ist und dass es lediglich einen anderen Ansatz braucht, um hier jedweder Norm zu trotzen.
Wachstum und Divergenz
Zugegeben, es ist nicht einfach, die komplexe Struktur des Albums sofort in seiner Gänze aufzunehmen. So bleibt es in seiner Absorptionsphase weitreichend spannend und schwer verdaulich. Fans der letzten Alben mögen vielleicht auf die Komplexität und Kompromisslosigkeit pochen, doch das neue Werk scheut sich weniger, auch in weniger extreme Klangkreise einzutauchen. Nach purer Raserei taucht es in neue Klangkomplexe ein und erschließt sie auf vielschichtige Weise.
So fühlt sich „The Meeting Of Orion And Scorpio” trotz einer Spielzeit von weniger als fünf Minuten wie ein Klangkreis an, der Maximalismus und Minimalismus mit einer sehr abstrakten Vocal-Performance in einer kaum gehörten Vielschichtigkeit vereint.
Die beiden überlangen Focus-Tracks „Death’s Twilight Kingdom” und „Hive Of Parasites” demonstrieren eindrucksvoll, an welchem Horizont LYCHGATE heutzutage kratzen. Das ist Black Death-Extravaganz par excellence, und es bedarf natürlich mehr als ein paar Durchläufe, um das gesamte Auf und Ab in all seinen Nuancen nachzuvollziehen und aufzunehmen.
„Precipice” – Parasitäre Horizonterweiterung
„Precipice” wirkt in den ersten Wochen trotz seiner Faszination unnahbar, wächst aber mit jeder Rotation und jeder Pause, die man dem Album gewährt. Wer meint, in diesem Bereich alles gehört zu haben, steht hier vor der nächsten Herausforderung. Das Album ist messerscharf, albtraumhaft und in seiner Kürze ein avantgardistisches Inferno. Also los, stell dich der Herausforderung!
Lychgate - Precipice
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Blackened Doom Metal, Progressive Black Metal, Progressive Death Metal |
| Anzahl Songs | 9 |
| Spieldauer | 47:47 |
| Release | 19.12.2025 |
| Label | Debemur Morti Productions |
| Trackliste | 1. Introduction - The Sleeper Awakes 2. Mausoleum Of Steel 3. Renunciation 4. The Meeting Of Orion and Scorpio 5. Hive Of Parasites 6. Death's Twilight Kingdom 7. Terror Silence 8. Anagnorisis 9. Pangaea |
