Mannveira - Vesöld
Review
Fünf Jahre haben sich die Isländer MANNVEIRA nach seit ihrem Debüt “Vítahringur” für den Nachfolger “Vesöld” gelassen. Vielleicht war es gar keine schlechte Idee, nachdem dem Erstling durch unseren geschätzten Alumnus Robert Langgemach zwar solide Qualität, aber wenig Eigenständigkeit zwischen den großen isländischen Namen wie MISÞYRMING und SVARTIDAUĐI attestiert wurde. Klar ist aber auch: nach so langer Zeit und über 15 Jahren Bandgeschichte bisher müssen die Jungs von der kargen Insel liefern, sonst laufen sie Gefahr, für immer in der Versenkung zu verschwinden.
MANNVEIRA nach fünf Jahren mit “Vesöld” zurück
Schon mit den ersten Klängen des Openers “Lygar Himinsins” ist klar, dass MANNVEIRA Veränderung anstreben. Das Klangbild ist warm und analog. Der Gesamtsound erinnert damit etwas an alten Hard Rock. Dazu passend orientieren sich die Reykjaviker nicht am landestypisch wuchtigen Instrumentalmahlstrom, sondern lassen ihre Riffs in beinahe bedächtiger Melancholie durch die Boxen perlen. Sänger Illugi hat seinen Tonus ebenfalls zugunsten einer verzweifelt-brüchigen Intonation verändert. Die typisch verwaschenen Dissonanzen sind vor allem in den doomigeren Parts weiterhin ein Trademark im Sound der Band, werden aber zielführender und effektiver eingesetzt.
Dabei sind MANNVEIRA abwechslungsreich und verstehen das Spiel mit Dynamik. Die leichte Thrash-Note in “Af Bergi Brotin” ist ein Beispiel für Songwriting, das aufhorchen lässt. Auch angriffslustig-simple Riffing von “Rottur” setzt positive Akzente. Wenn sie wie in beispielsweise “Stormur” klassisch ballern, machen sie ebenfalls keine schlechte Figur, klingen aber einfach (noch) nicht so eindrucksvoll-überwältigend wie ihre prominenten Kollegen von der Insel.
Die erhoffte Steigerung hat funktioniert.
Ist aber alles nicht schlimm, denn die erhoffte Steigerung und eine allgemein konzisere Platte haben MANNVEIRA mit “Vesöld” geliefert. Die Platte ist stimmungsvoll, kommt auf den Punkt und lässt mehr und mehr Eigenständigkeit erkennen. Beim nächsten Mal ist wahrscheinlich noch mehr drin – aber bitte nicht erst wieder in fünf Jahren.
Mannveira - Vesöld
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Black Metal |
| Anzahl Songs | 7 |
| Spieldauer | 36:27 |
| Release | 16.10.2026 |
| Label | Dark Descent Records |
| Trackliste | 1. Lygar Himinsins 2. Þrot 3. Af Bergi Brotin 4. Stormur 5. Aumingi 6. Bölvunin 7. Rottur |
