Mare Cognitum - Solar Paroxysm

Review

Jacob Buczarski, seines Zeichens Schöpfer und einziger Musiker hinter dem Projekt MARE COGNITUM, hat sich im Verlauf der vergangenen Dekade zu einer festen Instanz innerhalb des atmosphärischen und insbesondere des Space Black Metal aufgeschwungen. Neben den drei bisher veröffentlichten Splits mit namenhaften Bands wie AUREOLE und SPECTRAL LORE, erschien eine Handvoll durchweg solider Studioalben, in deren Reihe sich nun Langrille Nummer fünf eingliedert. Mit „Solar Paroxysm“ dürften seitens der Fans des US-amerikanischen Projekts durchaus hohe Erwartungen einhergehen, denn Ausfälle gab es in der bisherigen Diskographie ebenso wenige, wie Abweichungen vom bis dato konsequent eingehaltenen stilistischen Kurs. Wie also schlägt sich das neue Werk in Hinblick auf das vorhergegangene musikalische Schaffen?

MARE COGNITUM lotet die kosmischen Extreme aus

Der erste Song „Antaresian“ leitet das Album in erwartungsgemäß packender Manier mit atmosphärischem Ambient ein und entführt seine Zuhörerschaft unmittelbar in die Weiten des Weltalls. Buczarskis starkes Songwriting, sowie die für MARE COGNITUM typischen Trademarks in Form von verhallten, weit entfernt klingenden Gitarren und die schier unerschöpflichen Blastbeats erzeugen im Zusammenspiel auf „Solar Paroxysm“ Kompositionen,  deren Überlänge konsequent den Spannungsbogen hält und sich schließlich in einer kosmischen Klimax entlädt.

Exemplarisch hierfür erweist sich sodann auch der zweite Track „Frozen Star Divinization“, welcher mit seinem durchweg sehr hohen Tempo  den direkten Gegenpol zum darauffolgenden „Terra Requiem“ repräsentiert. Letzterer Titel fühlt sich durch seine schleppende, verhältnismäßig doomige Auslegung wie ein Fremdkörper in der sonst weitestgehend einheitlichen Handschrift von MARE COGNITUM an, wächst aber letztlich nicht nur kompositorisch im Verlaufe des Songs, sondern erschließt sich durch weitere Hördurchläufe auch als konzeptueller Ruhepunkt und Verschnaufpause zwischen sonst pausenlos hämmerndem Drumming und unablässigem Tremolo Picking.

„Solar Paroxysm“ entführt in fremde Galaxien

Trotz des Umschwungs in der Wahrnehmung von „Terra Requiem“ im Gesamtkontext des Albums, erweisen sich sowohl besagter Titel, als auch das anschließende, bisweilen etwas zerfahren anmutende „Luminous Accretion“ als weniger packende Titel auf „Solar Paroxysm“. Das Gesamtwerk ist an und für sich keineswegs schwer zugänglich und der Großteil der darauf enthaltenen Stücke ist im Stande, innerhalb kürzester Zeit eine dichte interstellare Atmosphäre zu generieren. Die so erzeugte Sogwirkung kann sich bei den beiden zuvor benannten Titeln ebenfalls einstellen, doch fordern diese ihrem Publikum etwas mehr Geduld ab, als es bei den drei übrigen Nummern der Fall ist.

Letztlich bleibt Buczarski mit MARE COGNITUM selbst in seinen geringfügig schwächeren Momenten immer noch weit über dem Durchschnitt der immer größer werdenden Flut an atmosphärischen Black-Metal-Bands. Mit hervorragenden Songs wie dem abschließenden „Ataraxia Tunnels“ beweist der Musiker auf „Solar Paroxysm“ immer wieder aufs Neue sein kompositorisches Gespür und dürfte sich somit zweifelsohne auch fortan einen Platz an der Speerspitze des Subgenres sichern können.  Und wer sich ohnehin gern von stilverwandten Bands wie zum Beispiel DARKSPACE, ALRAKIS oder ALMYRKVI in fremde Galaxien entführen lässt, für den führt auch in 2021 kein Weg an MARE COGNITUM vorbei.

08.03.2021
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