Master Massive - White Shadows

Review

Mit „White Shadows“ zeigen MASTER MASSIVE, dass sie sich nicht mit gewöhnlicher Kost zufriedengeben. Die Schweden bewegen sich irgendwo zwischen klassischem Heavy Metal, Doom und Progressive Metal und werfen dabei genug Ideen in den Topf, um sieben Songs auf knapp 50 Minuten auszudehnen. Das funktioniert erstaunlich oft – verlangt aber auch ein wenig Geduld.

MASTER MASSIVE werfen lange Schatten

Schon „Noah’s Cross“ macht keine halben Sachen. Fast zwölf Minuten nimmt sich der Opener Zeit, um zwischen schweren Riffs, klassischen Heavy-Metal-Melodien und progressiveren Passagen hin und her zu wechseln. Dazu kommen gleich drei verschiedene Leadsänger, die „White Shadows“ zusätzliche Abwechslung verleihen. Gerade bei einem so ausladenden Einstieg ist das durchaus hilfreich.

Mit „Islands And Bells“ wird es anschließend düsterer. Schwere, schleppende Gitarren und die dramatische Stimmung rücken MASTER MASSIVE deutlich in Richtung CANDLEMASS, ohne dass die Schweden komplett im Doom versinken. „Jonah And The Whale“ setzt dagegen auf mehr Tempo und Eingängigkeit und zeigt, dass die Band auch dann funktioniert, wenn sie ihre Ideen etwas kompakter verpackt.

„Blood On The Floor“ bewegt sich wieder im schwereren Midtempo, während „Tantrum Rebellion“ ordentlich Fahrt aufnimmt. Besonders „Silver Bullet“ trägt seine klassischen Heavy-Metal-Einflüsse ziemlich offen vor sich her und dürfte mit seinen melodischen Gitarren gerade bei Fans von IRON MAIDEN auf offene Ohren stoßen.

Zwischen großer Geste und Ideenüberschuss

Dass MASTER MASSIVE gerne groß denken, wird spätestens beim abschließenden Titeltrack deutlich. „White Shadows“ bringt noch einmal Epik, Melodie und progressive Wendungen zusammen und bildet damit einen passenden Abschluss für eine Platte, die sich grundsätzlich nur selten mit einer einfachen Lösung zufriedengibt.

Genau darin liegt allerdings auch die Schwäche des Albums. Hier und da packen MASTER MASSIVE so viele Ideen, Wechsel und Melodien in einen Song, dass der rote Faden etwas verloren geht. Gerade die längeren Stücke hätten an manchen Stellen von etwas weniger Material und einer strafferen Struktur profitiert.

Dafür klingt „White Shadows“ angenehm organisch. Statt glattpolierter Perfektion bekommt man Heavy Metal, der atmet und sich seine kleinen Ecken und Kanten bewahrt. Das passt zur grundsätzlich traditionellen Ausrichtung der Band und verhindert, dass die progressiveren Passagen zu steril wirken.

„White Shadows“ ist kein Album für den schnellen Durchlauf nebenbei. Wer sich auf den eigenwilligen Mix aus Heavy Metal, Doom und Prog einlässt, bekommt aber eine abwechslungsreiche Platte mit starken Momenten und genug Charakter, um auch nach mehreren Durchläufen noch Neues entdecken zu können.

11.09.2026

Heavy Metal Maniac! :)

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