May Result - Slava Smrti

Review

Kaum verwunderlich, dass der Name MAY RESULT in den hiesigen Breitengraden nur Wenigen ein Begriff ist. Dass das weniger an der Musik der Band als an dem Herkunftsland Serbien liegt, ein Land in dem extremer Metal offenbar schwer zu vertreiben und beziehen ist, unterstreicht das nunmehr sechste Studioalbum “Slava Smrti”. Denn das ist im Grunde eine wirklich sehr runde Sache geworden.

Wie stellt man sich also serbischen Black Metal vor? Tja, keine Ahnung ehrlich gesagt, zumindest nicht bis zum Moment, an dem mir das Album das erste Mal zu Ohren kam: Nordisch, melodisch, aggressiv. Genau. MAY RESULT klingen tatsächlich nicht anders als EMPEROR zu “noch-nicht-ganz-sooo-progressiv-Zeiten” und “Slava Smrti” könnte auch durchaus als kleiner Bruder von “IX Equilibrium” durchgehen. Klar, so ganz an die Klasse kommen die Mannen natürlich nicht ran. Dafür fehlt einfach noch die letzte Konsequenz und das Durchhaltevermögen, die Qualität der ersten Hälfte des Albums auf voller Distanz zu bringen. Denn die hat es durchaus in sich. Treibender, aggressiver und dennoch melodischer Black Metal, der irgendwo zwischen dem Easy-Listening eines “Puritanical Euphoric Misanthropia” und der Gewalt eines “The Secrets Of The Black Arts” pendelt. Kraftvolles, variables Drumming und mal rasende, mal rhythmische Gitarren dirigieren das Geschehen und machen das Album zu einem größtenteils kurzweiligen Hörerlebnis.

Auch gesanglich setzten die Serben auf nordisch-bewährtes, und so krächzt sich der Frontmann stimmig und vor Allem hingabevoll durch die Songs, wenngleich das plakative “Fuck You” am Ende des letzten Tracks eher ins Kapitel “Überflüssigkeiten” geschrieben werden dürfte. Spaß macht auch der wirklich hervorragend ausgefallene Sound der Platte. Der ist zwar recht glatt und fett ausgefallen, weiß allerdings andererseits auch ganz genau, wie MAY RESULT zu klingen haben. Prima!

Einzige Schwäche dieser guten Platte bleibt also der Eindruck, dass den Mannen gegen Ende des Longplayers hin etwas die songwriterische Puste ausgeht. Zwar sind auch diese Songs keineswegs einfallslos oder halbgar komponiert, der Funke will jedoch einfach nicht so überspringen, wie es Songs der Marke “Hold this Earth in the Hands of Sulphur“ vormachen. Schade. Auch über das beigefügte IMPALED NAZARENE Cover ließe sich streiten. Zwar handelt es sich kaum um eine schlechte Version von „The Horny And The Horned“, andererseits hinterlässt das Stück den etwas faden Beigeschmack eines Lückenfüllers, gerade in Anbetracht der kurzen Spielzeit des Albums. Nungut, nichtsdestotrotz sollte man „Slava Smrti“ eine Chance geben, vorausgesetzt man kann sich mit obigen Vergleichen anfreunden. Gute sieben Punkte!

19.11.2008
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