Megascavenger - Toxic Noxious Undeath

Review

Das schwedische Ein-Mann-Projekt MEGASCAVENGER meldet sich im August 2026 mit „Toxic Noxious Undeath“ aus der Versenkung zurück. Sechs Jahre gingen seit „Songs In The Key Of Madness“ ins Land. Kann Album Nummer sechs das Level halten? Gleich mal rein in den kompakten Halbstünder!

Hier darf jeder mal ran

Was auf den (Platten)Teller kommt, ist angesichts der Stichworte „Schweden“ und „Death Metal“ keine große Überraschung. MEGASCAVENGER, das Projekt von Tausendsassa Rogga Johansson (Fun Fact: Der Mann spielt aktuell aktiv in knapp 50 Bands!), mag es nicht nur treibend traditionell, sondern auch kreativ und strukturiert – Attribute, die gefallen. Beim Gesang bleibt Johansson Altbewährtem treu und lädt sich erneut eine ganze Schar mehr oder minder namhafter Schreihälse ins Studio ein.

Bereits in der Vergangenheit traf man auf Namen wie Marc Grewe (MORGOTH, INSIDIOUS DISEASE, ASINHELL), Dan Swanö (EDGE OF SANITY, NIGHTINGALE), Paul Speckmann (MASTER) und Martin van Drunen (ASPHYX, GRAND SUPREME BLOOD COURT). Einige Wiederholungstäter sind an Bord, jeder Song hat seinen eigenen Sänger und die Liste liest sich wie ein Who’s who der europäischen Death-Metal-Szene. Um nur die bekanntesten Namen zu nennen, sind unter anderem Dave Ingram (BENEDICTION), Kam Lee (MASSACRE), Felix Stass (CREMATORY), Erik Rundqvist (VOMITORY) und Dave Rotten (AVULSED) dabei.

MEGASCAVENGER: Vielfalt ja, Eingängigkeit nein?

Angesichts der Stimmenvielfalt darf man sich ruhig die Frage stellen, wie eingängig oder zumindest stimmlich konsistent „Toxic Nocious Undeath“ geworden ist. Simpel beantwortet: Wer die gesangliche Vielfalt bisheriger Outputs von MEGASCAVENGER gefeiert hat, den erwartet ein weiteres Festmahl ohne allzu großen Anlass zur Kritik. Teilweise entsteht der Eindruck, das Mastermind schneidere die Tracks maßgetreu für jede der Stimmen aufs Notenblatt. Es lohnt sich, sich auf die Platte einzulassen, denn musikalisch hat Rogga Johansson ein weiteres Mal genretypisch gebastelt, gefeilt und poliert: Er begleitet uns mal brachial, mal filigran-melodisch und immer wieder mit Ausflügen in technisch anspruchsvolle Gefilde.

„Toxic Noxious Undeath“ – auch Album Nummer sechs gelingt

Unterstützt von Johan Berglund (STASS, ECHELON) am Bass und Thomas Ohlsson (STASS, BLACKSCAPE, DEAD SUN) am Schlagzeug liefert Rogga Johansson eine gute halbe Stunde lang feinstes skandinavisches Todesgewitter. Dass 33 Minuten für ein Album ausreichend sind, haben DEICIDE bereits 1991 bewiesen. Mit zehn Tracks ist das Ganze allerdings schnell vorbei und es entsteht hier und dort der Eindruck, es fehle in den Songs ein wenig an Idee und Kniff.

Auf die Stimmvielfalt muss man sich zwar einlassen, ist aber immerhin mit Spaß und rhythmisch nickendem Kopf dabei. Alles in allem macht „Toxic Noxious Undeath“ mehr richtig als falsch, und so darf der geneigte Death-Metal-Maniac bedenkenlos zugreifen.

(Patrick Franken)

06.08.2026
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