Megascavenger - Boneyard Symphonies

Review

Das musikalische Spektrum des Rogga Johansson passt vermutlich auf den eng bemessenen Radius eines handelsüblichen Bierdeckels. Dennoch füllt er genau dieses mit seinen zahlreichen Kapellen absolut prima aus. Da bilden auch MEGASCAVENGER keine Ausnahme, mit denen er nun deren viertes Werk „Boneyard Symphonies“ präsentiert.

Seit der letzten Scheibe „As Dystopia Beckons“ sind nun schon knapp drei Jahre ins Land gezogen und generell hat sich der gute Rogga in den letzten Monaten ungewöhnlich zurückhaltend gezeigt was seine Veröffentlichungen angeht. Doch diese kleine kreative Pause hat offensichtlich richtig gut getan, denn MEGASCAVENGER zeigen einen der Meister des neueren schwedischen Death Metal in bemerkenswerter Form.

MEGASCAVENGER als Familientreffen der Todesmaurer

MEGASCAVENGER sind ja so etwas wie ein kleines Familientreffen der altgedienten Todesmaurer, versammelt der Chef hier doch stets eine illustre Schar an Gästen auf seinen Silberlingen. Daher prägt auch „Boneyard Symphonies“ die simple Formel: Rogga setzt das musikalische Fundament, die Vokalisten veredeln das Ganze. Und ob nun Sven Gross (FLESHCRAWL), Ralf Hauber (REVEL IN FLESH), Jonas Lindblad (PUTERAEON), Michael Anderson (THORIUM) oder aber Tommy Carlsson (ENTRAILS), um nur einige zu nennen, sie alle machen einen verdammt guten Job. Und sie profitieren entscheidend davon, dass ihnen die jeweiligen Songs regelrecht auf den Leib geschneidert wurden. Es ist also hier auch vor allem der Wechsel der Sänger, der naturgemäß für Abwechslung sorgt und überzeugt.

Musikalisch bewegen sich MEGASVANGER natürlich im Rogga-Kosmos, zwischen flott und giftig („Bone And Meat Machine“ oder „Factory Standard Slaughterdevice“) bis hin zu zähen Kriechern („Soils Reclamation“) wird alles serviert. Und man geht auf dieser vierten Scheibe wesentlich geradliniger, kaum experimentell und ganz einfach wieder todesmetallischer zu Werke.

Stoisches Festhalten am Altbewährten

Dieses stoische Festhalten an alten simplen Mustern und Strukturen verdient absolut Bewunderung. Sollen doch andere experimentieren, Mr. Johansson tut genau das nicht bzw. kaum. Daher werden so manche diese Scheibe ganz sicher auch unter 08/15-Standard-Death ablegen, für andere (inklusive des Rezensenten) ist genau so etwas das leckere täglich Brot.

„Boneyard Symphonies“ knarzt herrlich schwedisch furztrocken von A bis Z. So geht Old School Death in Reinform und mit einigen richtig coolen Facetten. Rogga hat hier mal wieder einige verdammt gute Ideen verarbeitet, das zeigt sich vor allem bei den melodiösen Parts und bei dem einen oder anderen sehr gelungenem Solo. Diese werden dezent und gekonnt immer wieder mal eingestreut.

Im Prinzip macht Johansson also nichts anderes wie sonst auch, ähnlich wie mit seinen anderen Legionen an Bands und Projekten. Aber er kann ganz einfach Death Metal und bleibt damit eine wichtige Konstante im Todesblei, auch dank MEGASCAVENGER.

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18.02.2019

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3 Kommentare zu Megascavenger - Boneyard Symphonies

  1. ClutchNixon sagt:

    Rogga wieder. Und erneut beschissen produziert, dass dies nicht so sein muss, hat er vor über ner Dekade bereits mit Facebreaker bewiesen, hatten die doch stets diesen geilen Jungle Rot Drive. Besagte Power, dieser Wille zum in die Fresse Approach geht den Songs hier völlig ab, das gegenständliche Album: einfach zahnlos.

    4/10
    1. ClutchNixon sagt:

      Ok. Ich meinte Roberth „Robban“ Karlsson 😂 Peinlich. Rogga hat nix mit Facebreaker zu tun. Gut, nun weiß ich auch warum mir das hier vorliegende nicht gefällt, denn mit ihm gefällt mir tatsächlich nur das 11th Hour Debüt.

  2. BlindeGardine sagt:

    Der Herr Johansson bietet wirklich das musikalische Äquivalent der Redewendung „Masse statt Klasse“. Gefühlt haut der Mann ja monatlich ein neues Album raus, fast immer unter einem anderen Banner und trotzdem klingts immer gleich. Man man man, da muss wohl jemandem langweilig sein, als ausufernde Kreativität kann man das ja schon lange nicht mehr bezeichnen.