Monolord - Neverending
Review
Fünf Jahre nach ihrem letzten Album „Time To Shine” melden sich MONOLORD mit einem Nachfolger zurück. Während der Vorgänger noch viele klassische Doom-Schemen bedient, gibt es auf dem neuen Album überraschend viele frische Ansätze. Die Scheibe zeigt sich überraschend und wagt sich aus selbst auferlegten Grenzen heraus. Was auf den letzten Alben auf Albumlänge trotz monolithischer Härte zu einer gewissen Lethargie führte, wirkt im Jahr 2026 um einiges frischer und unbeschwerter.
Viel Platz für Überraschungen.
Der Grundtenor der Band hat sich nicht wirklich verändert, wirkt aber vielfältiger, breiter gefächert und experimenteller. Die einzelnen Songs sind deutlich dynamischer und enthalten viele mitreißende Parts, die nicht dem Doom-Genre zuzuordnen sind. Nimmt man beispielsweise klassisches Dooming aus der „Time To Shine”-Ära wie „To Each Their Own”, das mit stoischen COUNT-RAVEN-Riffs in Dauerschleife aufwartet, wirken neue Tracks deutlich druckvoller. Zudem enthalten sie die eine oder andere Kehrtwendung.
Der Einfluss der Produzentin Sylvia Massy (TOOL und SYSTEM OF A DOWN) ist auf „Neverending” deutlich hörbar: Der Sound wirkt druckvoller und dynamischer, während MONOLORD bei Tempo und Songstrukturen mutiger agieren und sich stellenweise eher an großen 70er-Rock-Epen als am klassischen Doom orientieren.
Auch textlich hat sich die Band spürbar verändert. Anstelle von Welt- und Religionskritik verarbeitet Haupttexter Thomas diesmal persönliche Krisen, Verlustängste, Beziehungsdrama und Trauer. Für eine echte Überraschung sorgt vor allem der Titelsong „It’s Neverending“ am Ende des Albums. Hier übernimmt Jörgen Sandström (GRAVE, FIRESPAWN, The Project Hate MCMXCIX) mit seinen markanten Death-Metal-Growls eine völlig neue Klangfarbe für die Band. Die Experimentierfreude tut dem Album gut. Sänger und Mainsongwriter Thomas spricht hier von verschiedenen Stimmungen, Klangfarben, neuen Instrumenten und Sounds, die das Spektrum von MONOLORD klar bereichern.
MONOLORD 2026: Härter, dynanischer, persönlicher.
Freunde der alten Alben der Band mögen im ersten Moment zweifeln, dies sollte sich jedoch beim Hören des Albums legen. Die Band hat eine facettenreiche Scheibe abgeliefert, die sich nicht scheut, aus vormaligen Schemen auszubrechen. Neben kraftvollen Brechern gibt es auch genügend herzzerreißend traurige Songs, die das Album in seiner Gänze nicht in der Sackgasse stecken lassen. „Neverending” ist eine starke Scheibe, die mit einer modernen, knackigen Produktion punktet. Sie fühlt sich so an, als hätte sich die Band klar aufs nächste Level entwickelt, ohne dabei ihre Ursprünglichkeit aufzugeben.
Monolord - Neverending
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Doom Metal, Sludge |
| Anzahl Songs | 8 |
| Spieldauer | 43:09 |
| Release | 29.05.2026 |
| Label | |
| Trackliste | 1. Iodine 2. You Bastard 3. Inside a Collider 4. Crystal Bridge 5. Ooozing Wound 6. The Masque 7. Invisible 8. It's Neverending |
