Mortalia - Orpheo

Review

6 Songs haben die aus dem Brandenburgischen Ludwigslust stammenden Träumer auf die Spule gebannt. Aus 5 Jungens und einem Mädel, welches auch hauptsächlich den Gesang übernimmt besteht diese extrem junge Band, die ein gewaltiges Potential besitzt. Das sah wohl auch das relativ neue Label Rabazco so, und produzierte auch sogleich dieses Demo mit ihnen und so schmückt die Rückseite der Kassette auch stolz die Nummer RCO I. Daher hat das Ganze auch den Sound eines professionellen CD-Release. Es ist übrigens das gleiche Label, daß vor kurzem die Debüt-CD der Berliner Todesmetaller Ferox in die Läden brachte. Vielleicht kommt daher die Enge Verbindung zwischen den beiden Bands zustande? Musikalisch würde ich Orpheo als melodisch-verträumten Deathmetal beschreiben, dem es aber auch nicht an der nötigen Härte fehlt. Wohlig schmeichelt sich Antjes Gesang in die Gehörgänge unterstützt von den Stimmbändern von Hannes. Das Keyboard wird flexibel eingesetzt und auch die Gitarren bestechen durch Variantenreichtum, wie eigentlich die gesamte Musik. Alles schwebt zwischen Härte bzw. Brachialität und sanften bis seichten Klängen und lädt sowohl zum entspannten Zuhören wie auch zum Bangen ein. An dieser Stelle möchte ich aus der Dankesliste zitieren. Christoph: „Ich danke dem Schmerz dafür, daß er mir zeigt, daß ich lebe (…) und dem Haß dafür, daß er mich am Leben erhält“. Das spiegelt sich denn auch in der Musik wieder, welche allerdings mit Black Metal und Satanismus herzlich wenig zu tun hat.
Einzig der letzte Song hat mich etwas verwirrt. Er schwebt irgendwo zwischen Blondie und The Gathering! …Aber hat mir trotzdem sehr gut gefallen 🙂 Preis und Bestelladresse weiß ich nicht, da ich das Tape geschenkt bekommen habe. Um Mißverständnissen ob der Wertung vorzubeugen: Nicht von der Band!! Aber versucht es einfach mal mit ’nem 10er bei Rabazco, PF 09, 19281 Ludwigslust. Bei Earthquake habe ich das Ding auch schonmal gesehen…

17.09.1998
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