Nalar - Lichtgestalt

Review

NALAR traten 2023 mit der EP „Veränderung“ erstmals in Erscheinung. Nun steht mit „Lichtgestalt“ das Debütalbum an, das Ende Februar veröffentlicht wurde. Die sechs Songs bewegen sich zwischen melodischem Death- und Black Metal und wurden komplett in Eigenregie produziert. Nur für das Schlagzeug ging es in die Irsins Sound Studios. Seit der EP konnte die Band Liveerfahrung sammeln und ihren Sound weiterentwickeln. Deutsche Texte sind dabei oft eine zwiespältige Sache – sie können schnell peinlich wirken. Wie sieht es hier aus?

NALAR sorgen für dichte Atmosphäre

Den wichtigsten Punkt können wir direkt abhaken: Die Lyrics auf „Lichtgestalt“ sind nicht cringy, sondern metaphorisch und lyrisch – ähnlich DORNENREICH. Das passt zur dichten Klangwelt der Band, die stark auf eine stimmige Atmosphäre setzt. Der melodische Death Metal greift Elemente des atmosphärischen Black Metal auf. Klagende Gitarren und lange Songstrukturen sorgen für epische Arrangements, die im Ohr nachhallen.

Die sechs Songs klingen teils recht unterschiedlich: Während sich die ersten fünf Stücke auf einer melodisch-härteren Schiene bewegen, räumt „Fiebertraum“ zum Schluss mit Double-Bass-Drum und dissonanten elektronischen Klängen noch einmal alles ab. So gelingt es NALAR, trotz der überschaubaren Laufzeit für Abwechslung zu sorgen.

„Lichtgestalt“ braucht einige Durchläufe, um seine Wirkung zu entfalten. Es ist eher ein Grower als ein Schnellzünder. Die Produktion ist für eine DIY-Platte beeindruckend klar und zeitgemäß – zu keiner Sekunde klingt etwas nach Demo oder Wohnzimmeraufnahme.

„Lichtgestalt“ ist durchdacht und unverbraucht

Ein echter Wow-Effekt stellt sich zwar nicht ein, doch Fans von Atmosphäre, Melodie sowie Death und Black Metal sollten das Debütalbum von NALAR antesten. Die junge Band macht vieles richtig und zeigt Potenzial.

15.03.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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