Nuclear - Murder Of Crows

Review

Das chilenische Abrisskommando NUCLEAR lässt mit seinem neuen Album „Murder Of Crows“ einen Schwarm wütender Aaskrähen auf den Hörer los. Zuerst unter dem Namen ESCORIA (1998 bis 2001), liefert die Band seit 2003 unter dem jetzigen Namen in zuverlässiger Regelmäßigkeit wütende Thrash-Metal-Statements ab.

NUCLEAR lassen die Krähen kreisen

Das ruhige Akustik-Intro „Pitch Black“ heizt das Thrash-Inferno langsam an und der Titelsong bricht anschließend schwer über den Hörer herein. Zermalmende Rhythmen spielen auf diesem Album im Wechsel mit schnellen Wut-Attacken eine große Rolle. Ersteres wird von „When Water Thickens Blood“ und Letzteres vom angepissten „Facing Towards You“ ausführlich demonstriert. Die tiefgestimmten Gitarren drücken den Hörer gnadenlos zu Boden. Hier werden Erinnerungen an frühe SEPULTURA und SOULFLY wach und man bekommt den Eindruck, dass das Gespür für groovende Gewalt in der musikalischen DNA Südamerikas liegt. Der Song „Abusados“ mit seinem spanischen Text scheint dies zusätzlich unterstreichen zu wollen. Der Album-Closer „Useless To Mankind“ verteilt zum Ausklang noch ein paar besonders wütende Schellen und gehört mit den bereits erwähnten Songs zu den Highlights des Albums.

„Murder Of Crows“ – Wie mit Baseballschlägern verprügelt

Mit diesem Gefühl lässt einen das Album zurück. NUCLEAR haben hier ein gutes und durchgehend zorniges Album abgeliefert. Die langjährige Erfahrung und ihren Bock zu spielen merkt man der Band an. Allerdings bleibt abgesehen von den erwähnten Highlights leider nicht vieles langfristig hängen, da sich die Songs zum Großteil sehr ähnlich sind. Für derbe Mosh-Pits und durchgetretene Gaspedale ist das Album aber definitiv mehr als geeignet. Fans von Thrash- und Groove Metal sollten hier definitiv einmal reinhören.

(Review von Steffen Gruß)

08.11.2020
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