Ordh - Blind In Abyssal Realms
Review
Künstler Paolo Girardi sorgt dafür, dass der erste Blick auf das Debüt der US-Amerikaner ORDH wie ein stets herbeigesehnter neuer Output von SULPHUR AEON ausschaut. Auch musikalisch gibt es Parallelen, auch wenn der alles schluckende Sog dieser einzigartigen Referenzband aus einem anderen Universum herrührt. Das hier thematisierte Quartett speist sich größtenteils von ehemaligen Mitgliedern der Sludge-Band BARISHI und vergleichbaren Kapellen. Dieser Background soll auf „Blind In Abyssal Realms“ letztendlich auch nicht im Verborgenen bleiben, werden die Wurzeln hier doch sauber herausgearbeitet.
Sludge-Wurzeln und Prog-Death
Mit ORDH öffnet man den eigenen musikalischen Horizont nun etwas mehr den extremen Spielarten, obgleich „Blind In Abyssal Realms“ bei weitem kein extremes Album ist. Grob verankert im progressiven Death Metal, gibt es weite, häufig träumerische Klanglandschaften zu entdecken, die, bevor sie ins Alptraumhafte übergehen, diesen Bereich wohlwollend umschiffen. Die Musiker sind es gewohnt, Elemente lang auszuspielen und dem Halle der Instrumente Bedeutung zu geben.
Das steigert sich bis zu „Phlegraean Fields“ in der Mitte des Albums, bei dem ORDH die Basis des Death Metal fast gänzlich verlassen. Eingeläutet durch fahle Gitarren, beginnt der Song mit fast schon gehauchten Vocals von Jonathan Hebért und verliert sich im Laufe seiner Spielzeit notorisch in künstlerisch anmutenden Saitenbögen. Grundsätzlich kann man sich in „Blind In Abyssal Realms“ verlieren, schließlich hat diese enorm musikalische Platte gar etwas Soundtrackartiges.
Es fehlt die logische Zusammenführung
Gleichermaßen fehlt den stärker durch den Death Metal geprägten Passagen häufig der Zwang. Der Titeltrack und das abschließende „Hierothesion“ mögen diese Intensität nochmals etwas steigern, dennoch sind die verworrenen Instrumentalpassagen zwischen Prog und Sludge doch deutlich interessanter. Tatsächlich fällt es folgerichtig auch ein wenig schwer, die beiden Welten auf „Blind In Abyssal Realms“ zu einem großen Ganzen zusammenzufügen und als songdienlich im umfassenden Sinne zu betrachten.
ORDH ist eine dieser Bands, bei denen vordergründig alles stimmt. Sie bringen einen beachtlichen Fundus an handwerklicher und auch kompositorischer Qualität mit, sodass man überzeugt sein kann, dass Richtungen zukünftig nur noch funktionabler zusammengeführt werden müssen.
Ordh - Blind In Abyssal Realms
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Progressive Death Metal |
| Anzahl Songs | 5 |
| Spieldauer | 43:26 |
| Release | 17.04.2026 |
| Label | Pulverised Records |
| Trackliste | 01. Apis Bull (06:13) 02. Moon Of Urd (07:29) 03. Phlegraean Fields (10:02) 04. Blind In Abyssal Realms (12:12) 05. Hierothesion (07:27) |
