Powerrage - Beast

Review

POWERRAGE sind eine 2024 gegründete Band aus Ottawa in Kanada, die gerade mit „Beast“ ihr Debütalbum veröffentlichen. Dahinterstecken aber alte Bekannte und die zwischenzeitlich aufgelösten EXCITER spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

EXCITER spielen eine wichtige Rolle

Gitarrist John Ricci, Gründungsmitglied und in EXCITER bis 2018, ist die treibende Kraft hinter POWERRAGE. „Beast“ ist sein erstes Album seit „Death Machine“ (2010). Er hat Musik und Texte geschrieben und alles arrangiert. Frontsirene Jacques Bélanger (auch ASSASSIN’S BLADE) sang auf den drei EXCITER Alben „The Dark Command“ (1997), „Blood Of Tyrants“ (2000) und „New Testament“ (2004). Bassist Todd Pilon (ehemals RECKLESS und WITCHKILLER) und Schlagzeuger Lucas Dery komplettieren POWERRAGE.

Ricci stellt klar, dass es sich hier um eine komplett neue, eigenständige Band handelt. Alle Songs sind brandneu und speziell hierfür geschrieben. POWERRAGE haben sich also nach eigenem Bekunden emanzipiert und lassen ihr „Beast“ von der Leine.

POWERRAGE lassen ihr „Beast“ von der Leine

In den kompakten 34 Minuten Spielzeit verteilt auf acht Stücke spielen POWERRAGE eine Mischung aus melodischem Speed, schwerem Doom und kernigem Thrash Metal. Klar, alleine schon das prägnante Gitarrenspiel von Ricci als auch die charismatische hohe Stimme von Bélanger geben eine Nähe zum klassischen EXCITER-Sound. „Beast“ macht seinem Namen aber durchaus die Ehre, die neue Band agiert eine Spur härter, brachialer und in Sachen Atmosphäre deutlich düsterer, angeschwärzter und bedrohlicher und teils auch langsamer, bedrückender, ja doomiger, als die vormalige Kulttruppe. Und Bélanger zeigt eine größere Bandbreite seiner Stimme, von hohem Falsett bis harschen Blackend Thrash Growls.

Der Opener „Dark Wings“ ist ein klassischer, ungestümer Thrasher, ein aggressiver Schlag in die Fresse. Treibend kraftvolles Schlagzeugspiel, harte Gitarren, druckvoller Bass, rauer Gesang und hohe Screams. „Cremation Damnation“ ist dann der Kontrast – POWERRAGE geben dem Bass mehr Raum zum freien spielen, in Kombination mit dem wuchtig schleppend groovigem Schlagzeug und markantem Riffing erzeugt die Band doomige Schwere. Zwischendurch drücken die Kanadier aber das Gaspedal wieder durch zum Speed Metal.

Weitere Höhepunkte auf „Beast“ sind der harte Doom-Hammer „Haunted Hell“ mit bedrohlicher Atmosphäre und düsterem Gesang, das punkige „I Torture I Kill“ und das schwer walzende „Damned And Cursed“ mit repetitiver Melodielinie. Das finale „The Black Mass“ vereint in sich nochmals alle drei Stile Speed, Thrash und Doom Metal von POWERRAGE.

Das Album wurde live aufgenommen, der Sound ist entsprechend rau, dreckig und authentisch.

Fazit

Natürlich gibt es einige Parallelen zwischen POWERRAGE und EXCITER, dennoch hat Ricci seiner neuen Truppe eine eigene Identität verschafft. Ähnlichkeiten gibt es weiter mit SATAN’S HOST und JUDAS PRIEST. Und auch hier polarisiert der eigenwillige Gesangsstil. POWERRAGE reizen zwischen Thrash, Speed und Doom mit Old School Ansatz alles aus, rau und dunkel. Ein „Beast“ eben!

23.04.2026

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

Exit mobile version