Puissance - Grace Of God

Review

Die schwedischen PUISSANCE sind bereits seit mehr als 10 Jahren unterwegs und legen nach vierjähriger Pause neues Material auf den Tisch. Ihr Debütalbum „Let Us Lead“ war seinerzeit ein Kracher militanten, neoklassischen Bombast-Industrials, und paßte damit nur zu gut ins Programm des Kultlabels Cold Meat Industry. Zehn Jahre später scheint aus diesem Sound allmählich die Luft zu entweichen.

Auf „Grace Of God“ geht es zwar nach wie vor sehr bombastisch und orchestral zu, doch weitaus weniger martialisch, weniger nihilistisch und apokalyptisch, wie man es vom lyrischen Konzept erwarten könnte, welches sich seit jeher nicht geändert hat. Die Welt steht nach wie vor am Abgrund und PUISSANCE beziehen dazu deutlich politisch Stellung. Der erklärte Gegner ist die neue Weltordnung, doch darum soll es hier gar nicht gehen – ruhig sind sie geworden, fast schon harmlos. Und leider auch etwas belanglos, denn die acht Songs klingen allesamt ziemlich saft- und kraftlos. Lichtblicke sind z.B. „Walls of Freedom“, „Warzone“, „Conspiracy“ und „Loreto“. Einige dieser Songs hätten wirklich das Zeug zur Industrial/Neoklassik-Hymne, doch ihnen fehlt einfach die notwendige Energie. Oftmals liegt der Schwachpunkt in der gesanglichen Leistung, die auf dem überzeugenden orchestralen Unterbau ziemlich dünn ausfällt. Beim Hören wünscht man sich immer, dass PUISSANCE jetzt endlich die Bombe zünden, endlich komplett durchstarten, doch die Songs plätschern irgendwie auf dem gleichen Level weiter, bewegen sich gleichförmig nach vorne. Das ist wirklich schade, denn die meisten der neun Songs sind wirklich vielversprechend. Aber irgendwie sind sie halt wie ein Motor, der beim Starten ewig rumjammert, stottert, und am Ende doch noch verreckt.

Das reichlich vorhandene Potential wird leider nicht ausgeschöpft. Das wird sicherlich viele Hörer nicht stören, die sich an „Grace Of God“ ergötzen werden. Aber um wirklich überzeugen zu können, müssen PUISSANCE wieder genug Abstand von diesem Seichtwasser-Pop-Songwriting gewinnen. Sie können das, aber aus irgendeinem Grund tun sie’s nicht. Nicht auf diesem Album.

08.03.2007
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