Rotten Soil - I Worship Death
Review
Ihre Richtung geben ROTTEN SOIL aus Trier schon vor, ohne sie genau ausgeführt zu haben. Schließlich hat man sich zum Abschluss des Zweitwerkes „I Worship Death“ dazu entschieden DISMEMBER mit „Casket Garden“ zu huldigen. Zuvor hatte man als Single bereits „Wolverine Blues“ von ENTOMBED neu durch den Fleischwolf gezogen und die Marschrichtung geebnet. Der massive Groove-Headbanger auf der aktuellen Platte ist im Prinzip das Aushängeschild von „Massive Killing Capacity“, nachdem die Stockholmer mit „Indecent And Obscene“ eine Wuttirade abgelassen hatten. 1995 wurde alles heavyier, der Groove Metal hatte viele Thrash-Perlen ad absurdum geführt und streckte seine Fühler auch in die Death-Metal-Szene aus.
Aalglatte Blendgranate
Trotzdem gilt das dritte Album der Schweden gemeinhin nicht als Stinker, und genau da knüpft das deutsche Quartett mehr als dreißig Jahre später an. „I Worship Death“ entspringt also keiner nach Achselschweiß und Menschenhaut stinkender Trollhöhle, sondern kanalisiert die Primitivität in schweren Death’n’Roll, der zwischendurch auch immer mal wieder ins Uptempo ausbricht. Die Produktion ist aalglatt und die Sunlight-Säge bleibt eher subtil im Hintergrund.
Das heißt im Umkehrschluss, dass ROTTEN SOIL mit muskulöser Brust agieren. Songs wie „Burial Ground“ oder „Die For Me“ riechen nach Bizeps-Power und blondem Schwarzenegger, heben sich aber untereinander leider nicht ausreichend ab, sodass die Spannung nicht über die komplette Spielzeit hochgehalten werden kann. Eine Ausnahme bildet der Titeltrack, der ohnehin schon durch seine melodischen Leads überzeugen kann, bei dem aber auch Sänger und Schlagzeuger Sebastian Kring mit ungehobeltem Klargesang atmosphärische Abwechslung hereinbringt.
Etwas zu fein filetiert
Mit ihrem zweiten Album „I Worship Death“ haut das Trierer Quartett hinsichtlich geradliniger Brachialität in eine ähnliche Kerbe wie es Jonny Pettersson mit ROTPIT tut, wenn gleich ROTTEN SOIL noch einen ganzen Schritt sauberer, komprimierter und moderner lackiert sind. So bleibt ein gleichsam gefälliger Langspieler, wie ein ebensolcher, dem die notwendigen Ecken und Kanten fehlen, um sich innerhalb der Flut aus Bands und Veröffentlichungen nachhaltig durchsetzen zu können.
Rotten Soil - I Worship Death
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Death'n'Roll, Stockholm Death Metal |
| Anzahl Songs | 11 |
| Spieldauer | 37:33 |
| Release | 26.02.2026 |
| Label | Eigenproduktion |
| Trackliste | 01. Eulogy (01:23) 02. The Reapers Crown (03:55) 03. Graveyard Rat (03:25) 04. Purgatory (04:11) 05. Pain (04:42) 06. I Worship Death (04:19) 07. Die For Me (04:16) 08. The Soul Collector (03:22) 09. Burial Ground (03:34) 10. Mortis Aeternum (00:49) 11. Casket Garden (03:37) |
