Schwarzer Engel - Schwarze Sonne

Review

Das von Dave Jason im Alleingang betriebene Projekt SCHWARZE SONNE vertreibt seine aktuelle Veröffentlichung “Schwarze Sonne“ als EP. Dabei handelt es sich um nichts weiter als eine Single-Auskopplung aus dem letzten Album “In Brennenden Himmeln“.

Denn drei der vier enthaltenen Tracks sind Varianten des Titeltracks. Die Originalversion ist dabei gleichzeitig die härteste, die mit dunklen Riffs, einer charismatischen Gesangsstimme, einer Opernsängerin als Kontrapunkt, programmierten Orchesterklängen und einer kompromisslosen Orientierung auf den treibenden Rhythmus alle Standard-Register der Neuen Deutschen Härte zieht. Daneben gibt es auch noch eine schmachtende Piano-Version, die wohl vor allem die Damenwelt ansprechen wird und eine Instrumental-Variante, die weitestgehend der Piano-Version entspricht aber eben auf Gesang verzichtet. Wenigstens diese dritte Variante wäre definitiv überflüssig gewesen.

Aber immerhin merkt der Hörer zu jederzeit, dass er es hier mit einem gestandenen Musiker zu tun hat. Das Material ist nicht nur blitzsauber eingespielt, sondern bleibt auch noch im Gehör hängen, wenn auch besondere Höhepunkte fehlen. Seine eigentliche Stärke zeigt Herr Jason aber ausgerechnet im etwas stiefmütterlich behandelten zweiten Song “Der Fährmann“. Diese lässt die üblichen Genre-Klischees einmal beiseite. Auf diese Weise wird der Gitarrenarbeit deutlich mehr Raum gegeben, sodass diese auch einmal die Melodieführung übernehmen kann. Auf diese Weise öffnet sich der Stil des Projektes in eine weitere Dimension.

Schade nur, dass “Schwarze Sonne“ ansonsten eine eher durchschnittliche Veröffentlichung für dieses Genre ist. Wenn SCHWARZER ENGEL es in Zukunft schaffen, sich mehr auf die Stärken des zweiten Liedes zu konzentrieren, sollten sie sich wenigstens eine ordentliche Fanbase erarbeiten können.

19.05.2013
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