Shores Of Null - Homesick

Review

Mit „Homesick“ festigen SHORES OF NULL ihre Verbindung aus Doom-, Gothic-Metal und melodischer Härte. Nach „The Loss Of Beauty“ verfolgen die Italiener ihren Weg weiter und setzen dabei genügend neue Akzente, um spannend zu bleiben. Ihr Stil wirkt ausgereift, lässt aber Raum für unterschiedliche Stimmungen und überraschende Momente.

Melancholie mit vielen Facetten

Davide Straccioni wechselt weiterhin zwischen Klargesang und harschen Vocals. Auf „Homesick“ erhalten Gesangsharmonien und mehrstimmige Arrangements ein besonderes Gewicht. Sie unterstreichen die Melodien des Albums, während unverzerrte Gitarren und differenziertere Schlagzeugarrangements zusätzliche Möglichkeiten eröffnen. SHORES OF NULL arbeiten an den Feinheiten ihres Ausdrucks, ohne dabei ihre Schwere aufzugeben.

„Dreaming Of A Scar“ zeigt eindrucksvoll, wie gut sich weitere Farben in das Stück einfügen. Das Stück wird von der Violine von Shaun MacGowan von MY DYING BRIDE eröffnet und bewegt sich anschließend zwischen Melodic Death Metal und Gothic Metal. „The Numbing Void“ widmet sich dagegen konsequent dem Death Doom. Natalie Koskinen von SHAPE OF DESPAIR ergänzt den Song mit ihren Begleitvocals. Damit bleibt die extreme Seite von „Beyond The Shores (On Death And Dying)” auch innerhalb der kompakteren Songformen präsent.

Zwischen Rückkehr und Verlust

Inhaltlich beschäftigt sich „Homesick“ mit Erinnerung, Abwesenheit und Zugehörigkeit. Heimat erscheint darin als widersprüchlicher Ort: Sie kann Geborgenheit bedeuten, aber auch etwas sein, das man hinter sich lassen wollte. Der Wunsch nach Rückkehr trifft auf die Frage, was von diesem Zuhause überhaupt geblieben ist.

Eine persönliche Verbindung schafft „Two Mountains“. Die Geschichte von Maja und ihrem sterbenden Sohn Hermes verbindet Liebe und Verlust mit den Gebirgsmassiven Gran Sasso und Majella, die zur Landschaft von Straccioni aus seiner Kindheit gehören. Solche konkreten Bezüge verleihen der Melancholie des Albums Substanz und bewahren die Texte davor, austauschbar und oberflächlich zu wirken.

Mit „Homesick“ liefern SHORES OF NULL ein überzeugendes Album ab, das stark von ihrer gewachsenen Sicherheit profitiert und dennoch unverkennbar sie selbst bleibt. Der unverkennbare Stil wird durch abwechslungsreiche Arrangements und gezielte Akzente lebendig gehalten. Das Album ist eine stimmige Weiterentwicklung mit vielen spannenden Momenten.

09.10.2026

- perfection is the end of everything -

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