Shrapnel Storm - Mother War

Review

Dieser musikalische Feldzug wurde sorgfältig geplant und eingefädelt: Bevor sich die finnischen Death Metaller SHRAPNEL STORM nun mit ihrem Debütalbum „Mother War“ ins Kriegsgetümmel stürzen, haben sie bereits ganz klassisch auf nicht weniger als vier Demos ihre Kriegstauglichkeit geprüft und den passenden Drill eingeschliffen.

Und diese akribische Vorbereitung merkt man „Mother War“ an – zumindest teilweise: Von den Demos sind nur die schmissigsten Tracks übriggeblieben, nämlich das flott schleifende „Detracked“ und das langsam walzende „Warfiend“. Dazu gesellen sich Songs, die ihrem Titel alle Ehre machen: Jedenfalls gibt es bei „Carpet Bombing“ flächendeckenden Riffbeschuss, und wenn ein Song „Combat High“ heißt, dann ist da nichts anderes als heftigstes Schlachtengetümmel drin – bis dir einer abgeht. Bestes Lied auf dem Album!

Ein weiterer Pluspunkt ist das dumpf grollende Grunzen aus der Kehle von Ville „Ykä“ Yrjölä, das ebenso kompromisslos ist, wie SHRAPNEL STORM ihre stumpf böllernde Linie fahren. Feinheiten oder große Abwechslung ist jedenfalls ihre Sache nicht. Womit wir beim Punkt angelangt sind, warum „Mother War“ trotzdem nicht durchgehende Begeisterung entfacht. Zum Ende hin gleicht das Album einem Stellungskrieg im Schützengraben, es geht einfach nicht vorwärts, und den Kommandanten fehlt es an Mitteln und taktischem Geschick, um aus dieser Situation herauszukommen – unterm Strich ist „Mother War“ also ein ordentliches Debüt, wenngleich es nicht Einzug in alle Geschichtsbücher halten wird.

29.07.2015

- Dreaming in Red -

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