Shrike - Zeitgeist - Geistzeit

Review

Alle Jahre wieder tauchen die Berliner Black/Death/Dark Metaller SHRIKE wieder aus dem Untergrund auf, veröffentlichen ein oder zwei Alben und verschwinden dann für ein paar Jahre in der Versenkung. So folgte dem 2006er-Debüt „Meine Wucherung“ einige Jahre lang nichts, bis es 2013 und 2014 einen Doppelschlag mit „Hinab in die vertraute Fremdheit“ und „Sieben“ gab. Dann war wieder Stille angesagt, und nun liegt seit Ende 2018 das vierte SHRIKE-Album „Zeitgeist – Geistzeit“ vor. Die langen Wartejahre haben der Band allerdings nicht unbedingt gut getan.

„Zeitgeist – Geistzeit“ ist gerade noch kein Totalausfall

Denn war „Sieben“ ja durchaus hörbar, ist „Zeitgeist – Geistzeit“ vier bis fünf Jahre später zwar kein Komplettausfall … aber es schrammt teilweise gefährlich nahe daran vorbei. Man höre zum Beispiel die beiden Tracks „Die Zeit schafft neue Wunden“ und „Kontrolle der Gedanken“, in denen Sänger Uwe leider viel zu verständlich über cleanen Gitarrenparts eher weniger gute Texte röchelt – EISREGEN hatten Momente, in denen sie weniger peinlich waren, was ja was heißen will. Was die Platte rettet, ist, dass SHRIKE zwischendurch zeigen, dass sie es doch noch können, zum Beispiel im brauchbaren, Death-Metal-lastigen Opener „Im Schatten des Seins“ (nettes Midtempo), im schwarz-doomigen „Zerrissen im Wahnsinn“ oder im verspielten „Versunken“.

SHRIKE waren schon mal besser – aber selten schlechter

Schade … Offenbarungen nehmen SHRIKE zwar sowieso nicht auf, aber sie waren schon besser. Vor allem auf „Sieben“, dem einen Album, mit dem sie sich nur ein Jahr Zeit gelassen haben – vielleicht ist das bei den Berlinern ja das Rezept zum Erfolg? Einfach mal machen? Woran es auch immer liegt: SHRIKE waren schon besser, selten schlechter. Die brauchbaren Momente retten „Zeitgeist – Geistzeit“ ins Mittelmaß, aber meine Herren: Das war fast ein Reinfall! Und das nicht nur wegen des unfassbar hässlichen Artworks!

05.02.2019
Exit mobile version