Silvertomb - The Interpretation Of Nightmares
Review
SILVERTOMB gelingt auf auf „The Interpretation Of Nightmares“ etwas Starkes: Das Werk befasst sich durchweg mit dem Abgrund einer existenziellen Krise, ist dazu passend erkennbar dem Doom verpflichtet und punktet doch mit einer eigentlich absurden Leichtigkeit: SILVERTOMB üben sich in schwebender, fast beschwingter Schwermütigkeit. Dass das so einfach nicht ist und vielleicht eine grandiose Illusion – es ist anzunehmen, vielleicht zu hoffen.
Silvertomb gelingt Erstaunliches
Sieben Jahre nach dem Debüt „Edge Of Existence“ (2019) präsentiert die Band um Kenny Hickey (Gesang, Gitarre) und Johnny Kelly, beide ehemals sowohl bei TYPE O NEGATIVE als auch DANZIG aktiv, jedenfalls ein Album, dass Zuwendung belohnt. Denn „The Interpretation Of Nightmares“ versucht nicht, die Tür zur Seele plump mit tiefergelegtem Muskelriff (als Hauptwerkzeug) einzutreten oder das Fenster mit gesanglichem Heilandspathos zerbrechen zu lassen. Die neuen Songs der New Yorker kriechen eher langsam und elegant depressiv durch jeden Spalt, den sie so finden. Das dauert etwas, lässt aber das Gesamtkonstrukt intakt und erfüllt. Sozusagen.
Sie lassen die Seele nicht kalt, aber intakt
Konkret klingt Hickey beim Blick in den eigenen Abgrund der Alkoholsucht mal wie der spätere OZZY OSBOURNE in der Philharmonie des Fegefeuers („Brain Matter No God“). Oder es schwingen sich SILVERTOMB passagenweise zu luftigen TYPE O NEGATIVE direkt neben der Hantelbank des (Selbst-)Hasses auf. Nicht auf ihr.
Und das linientreu pessimistisch betitelte „No Way To Live“ versprüht abschließend gar einen Hauch von – gleichwohl ausgesprochen dunkelhippieskem – GRETA-VAN-FLEET-Flair.
Hickey selbst sieht mit Blick auf die eigene Musik „die Atmopshäre von PINK FLOYDs ‚The Wall‘ mit der rauen Heavyness des ersten BLACK-SABBATH-Albums und der psychedelischen Färbung von T. REX“ gemischt. Auch das kann man so stehenlassen.
„The Interpretation Of Nightmares“ veredelt die dunkle Jahreszeit
Gleiches gilt für das Cover von „The Interpretation Of Nightmares“. Dessen Interpretation des „Albtraums“ von Johann Heinrich Füssli machte sich exzellent als Repräsentantin der Dark-Season-Plattensammlung von Welt. Im „Das läuft gerade“-Schaufenster neben dem Plattenspieler stehend. Denn auf dem dürfte SILVERTOMBs Neue beharrlich ihre düster-rettenden Runden drehen. Zumindest in den Monaten Oktober bis Februar. Und in denen lebt die Zielgruppe ja den Großteil des Jahres.
Silvertomb - The Interpretation Of Nightmares
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Doom Metal |
| Anzahl Songs | 0 |
| Spieldauer | 32:53 |
| Release | 13.11.2026 |
| Label | Steamhammer/Open |
| Trackliste | 1. Brain Matter/No God 2. Ascension 3. Graves In The Sky 4. You Know 5. Prayer For The Paranoid 6. Distorted 7. No Way To Live 8. When Will You Learn? |
